SG Lewis feat. Toulouse – Soul im Dancegewand

SG Lewis feat. Toulouse – Times We Had

Wie liegen die Grenzen der Musik?! Diese Frage hat sich erneut der britische Produzent Sam Lewis gestellt. Ist er erst 23 Jahre alt und sieht in echt nochmal viel jünger aus, tritt er schon seit einiger Zeit unter dem Namen SG Lewis in Erscheinung und verzaubert mit seiner Mischung aus House und Soul die Szene. Dabei klingen seine Songs unglaublich authentisch und halten die Stimmung der 70er Jahre hoch, als Soul und Disco zusammen fanden und für die besten Partys, von New York bis London verantwortlich waren. Letztes Jahr im Sommer hatte SG Lewis bereits mit Gallant und Holding Back ordentlich vorgelegt. Nun hat er sich, für seine neue Single Times We Had, den New Yorker Sänger Toulouse mit an Bord geholt und einen ebenso, wie vor einem Jahr mit Gallant, perfekten Retro-Discosong mit souliger Stimme produziert. Hier und da greift Lewis, bei Liveperformances, sogar selbst zur Gitarre und fügt seinen Liedern noch etwas Funk hinzu. Dass für SG Lewis musikalische Grenzen nur dazu da sind eingerissen zu werden, hören wir mit jedem Song immer wieder aufs Neue. Denn, dass wir das wollen, versteht sich – nachdem wir Times We Had gehört haben – von selbst!

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Ary – Baut uns ihre Welt in 2:46 Minuten

Ary – Already There

Es ist einer dieser Songs, der ganz nüchtern beginnt und einen dann plötzlich mit dem Refrain völlig wegfegt. Already There von der norwegischen Sängerin Ary ist so ein Song. Man hört hier förmlich, wie sie ihre utopische Welt aus Glas, Hightech und Robotern aufbaut. Der perfekte Soundtrack für Ex Machina, Das fünfte Element oder Interstellar. Hier klingt alles hyper modern und riesengroß. Dabei ist Already There ein Pop/House-Hybrid der eigentlich weiterlesen

Mausi – Werden Famous!

Mausi – Famous

Bereits im August 2014 landet die britische Band Mausi mit ihrem Ohrwurm My Friend Has A Swimming Pool auf der The Best Of 2014 Vol.: 07 Playlist. Danach gönnte sich die damals noch sehr junge Band eine dreijährige Pause. Nun sind sie mit neuem Material zurück und zeigen gleich mit der ersten Single, wohin die Reise gehen soll. Famous macht genau dort weiter, wo My Friend Has A Swimming Pool aufhörte – nämlich bei lupenreinen Vergnügungspop. Waren sich Mausi nicht sicher, ob sie auch nach drei Jahren noch auf ihre Fans zählen können, bewiesen die hierbei eine durchaus beachtliche Ausdauer – doch was sollte anderes zu den feierwütigen Kids passen?! Denn genau so hört sich Famous an – für die Jugendlichen und Twentysomethings gemacht – um zu tun als würde man einen Abend dröge zu Hause verbringen um dann in einem Club die beste Nacht seines Lebens zu verbringen. Famous greift dieses Lebensgefühl auf und unterstützt dieses gleichzeitig noch. Da die Partysamstage in einer stetigen Abfolge von allen sieben Tagen kommen, sollten Mausi nicht wieder drei Jahre benötigen um noch mehr von ihrer Musik zu veröffentlichen. Doch da zerbrechen wir uns jetzt nicht den Kopf drüber, sondern feiern mit Famous das Wochenende und Mausi!

Lollapalooza Berlin 2017 Tag 1

Lollapalooza Berlin Festival 2017

Ein Festival, das auch im dritten Jahr keine Konstante entwickelt hat – wo fängt man da an? Es war bereits am Sonntagmorgen viel über den ersten Tag des Lollapalooza Festivals zu lesen – eigentlich nicht über den Tag selbst, sondern eher über die Nacht zum Sonntag. Denn an diesem, versuchten Tausende Besucher des Festivals durch einen eingleisigen S-Bahnhof wieder in die Innenstadt und somit nach Hause zu kommen.

Anfangs geht es an dieser Stelle allerdings um das Festivalgelände, die Acts und das Lebensgefühl – denn davon gab es reichlich.

Betrat man am Samstag das Festivalgelände, stand man in Mitten eines riesigen weiterlesen

Nilüfer Yanya – Zurückgezogene Gitarrenballade

Nilufer Yanya – The Florist

Mit dem bestechenden Gitarrenspiel und einem verführerisch, sanften Gesang überzeugt Nilüfer Yanya bereits ab der ersten Sekunde ihres Songs The Florist. Dabei klingt der Song so zurückgezogen und roh, dass man ihn fast neben sich in der U-Bahn spielend, vormutet. Mit einem schwelgerischen Ende ist The Florist ein einziger Traum und zeigt eine Sängerin, die durch ihre Irisch, türkischen Wurzeln gar nicht richtig einzuordnen ist. Und wären da nicht dutzenden Bibliotheksbücher, die sie seit Jahren bei sich zu Hause horten und, vor Angst über hohe Entleihgebühren, nicht zurückbringt, würde man denken, sie sei ein Engel. Denn weich, ruhig und hoch klingt Yanyas Stimme vor allem im zweiten Teil des Songs. Nilüfer Yanya hat mit dem so entstehenden, leicht jazzigem, melancholischen Sound ein ganz eigenes Genre kreiert. Selten klingen Liebeskummersongs so reizend wie es The Florist zeigt. Darum hört rein und freut Euch auf weitere Musik der Britin, die Ende des Jahres folgen soll.

Portugal. The Man – Frisch und doch so alt

Portugal. The Man – Feel It Still

Portugal. The Man erstaunen schon ganz schön. Mit ihrer Single Feel It Still grooven sie gerade durch alle Indieradios. Dabei klingen sie so frisch und jung, dass man fast von einer neuen Indieband sprechen möchte. Allerdings haben die fünf Amerikaner, die aus Alaska kommen bereits 13 Jahre Banderfahrung auf dem Buckel. So ist das im Sommer veröffentlichte Album Woodstock bereits der achte Langspieler und hat die Band einen Mitgliederverschleiß, der sich sehen lassen kann. So haben sie bereits neun ehemalige Mitglieder auf ihrer Band Members Liste zu stehen. Mit der androgynen Gesangsstimme des Frontsängers John Baldwin Gourley ist Feel It Still eine ohrwurmgebenden Indienummer, die sich groovend im Körper vorarbeitet. Zuerst bewegt sich nur der Kopf, dann folgt der Oberkörper und schließlich tippen auch die Beine mit. Und kaum versieht man sich, ist das nur 2:50 Minuten lange Lied vorbei. Also auf Repeat und nochmal von vorne!

Sion Hill – Dublin, Hamburg, Berlin

Sion Hill – Elephant

Die Reise geht weiter – so könnte man Sion Hill’s (alias Nathan Johnstons) Aufstieg beschreiben. Denn stillstehen würde für den jungen Iren nie in Frage kommen. Spielte er noch vor 3 Jahren in seinem irischen Heimatort Mullingar, zog es ihn kurze Zeit später nach Dublin, wo er auf den Straßen Musik machte. Hier entdeckte ihn eine Plattenfirma und veröffentlichte seinen Song Nothing’s Wrong With Loving You. Wenig später zieht er, nach kurzem Aufenthalt in Hamburg, nach Berlin – in dem er seitdem lebt. Hier nimmt seine Karriere nochmals Fahrt auf und so kam vor zwei Wochen sein Debütalbum Elephants auf den Markt. Mit der gleichnamigen Single veröffentlicht und präsentiert Hill eine rockige Mischung aus Pop und Folk. Mit seiner tiefen und rauchigen Stimme lässt er eine Größe zu, die für einen 22-jährigen Newcomer erstaunt. Dazu passend ist das markante Gitarrenspiel im Refrain und die Frische im Sound. Hier brennt nichts an und Sion Hill stehen nicht still. Wir sind also auf den nächsten, großen Schritt gespannt.

Cosby – bleiben dem Indie-Pop treu

Cosby – Get Up

Fulminant gestartet waren die Münchner von Cosby bereits 2014/15, als sie mit Singles wie Boone & Bane und Yeah! mit frischem Indiesound die Radios beschallten. Kam 2015 das Debütalbum des Quartetts raus, konnte man sie anschließend zwei Jahre lang live von Flensburg bis München sehen. Nun hat die Band um Frontsängerin Marie Kobylka mit Get Up eine neue Single und den Vorboten für ihr zweites Album veröffentlicht. Hierbei bestimmen klare Synthie-Beats und Fanfaren das Bild und klingt Kobylka fast schon hysterisch euphorisch. Mit voller Energie und noch mehr Spaß geht Get Up direkt nach vorne und animiert nicht nur zu tanzen, sondern lässt gar nichts anderes zu. Darum heißt es auch auf Cosby’s Facebookseite „.. also get up everyone und feiert mit uns…“ – dem schließen wir uns gerne an!

Gløde – Von der Insel in die Welt

Gløde – As We Speak

 Ø – ein Buchstabe – nicht mehr. Zugegeben, ein sehr interessanter Buchstabe. Doch im dänischen ist das nicht nur ein Buchstabe, sondern auch ein Wort. Denn Ø  steht für Insel. Und gleichzeitig hat die Hamburger Band Gløde diese Insel in ihrer Mitte. Dass das nicht von ungefähr kommt, zeigt der Name des Frontsänger, Simon Gløde, der aus Dänemark kommt und 2014 in Hamburg auf der Suche nach einer Band war. Dass diese Suche erfolgreich war, bestätigt das Facebook-Geburtsjahr der Band, das den 1. Juni 2016 angibt. Doch von der Entstehungsgeschichte abgesehen ist heute auch ein ganz besonderer Tag für Gløde. Denn heute kommt ihr Debütalbum Ø raus, welches so abwechslungsreich ist, wie nur wenige Alben dieses Jahr. Darauf enthalten sind Songs, der verschiedensten Genres. Haben wir mit der Debütsingle As We Speak einen wunderschönen und starken Alternativesong mit sanftem Schlagzeug, weichen Gitarren und Simon Glødes warmer Stimme, zeigt sich die Band auf Lady In A Dress mit einem gwissen Bezug zum Jazz. Bei Rose wiederum klingen Gløde in den lauten Momenten fast schon nach 80er-Jahre-Balladenrock. Dazwischen findet sich viel atmosphärischer Indie-Pop. Gløde zeigen beeindruckend, wie gut ein Debütalbum, von einer Band, die sich gerade mal vor gut einem Jahr gegründet hat, klingen kann. Glødes Stimme, die mal rauchig, mal glasklar klingt, hat viel von Künstlern wie Damien Rice und David Gray und auch die akustische Nähe zu diesen Künstlern lässt sich nicht ganz ablegen. Gløde sind spannend und haben mit Ø  ein Debütalbum veröffentlicht, dass neun Songs voller Abwechslung und Spannung hat und die sich beim Hörer in Neugier und Interesse verwandeln. Mit dem starken Opener As We Speak blasen sie so zum Angriff. Stark, intensiv und frisch – eine Insel voller musikalischer Vielfalt – das ist Ø von Gløde.