Harry Styles – Auf dem Weg in die Zeitlosigkeit

Harry Styles – Sign Of The Time

Eine Boyband kann ein Segen sein. Man kommt als unbekannter junger Mann zu Ruhm und Aufmerksamkeit, für die man als Solokünstler wohl deutlich mehr Zeit gebraucht hätte. Allerdings kann für Boybands gleiches auch als Fluch gelten. Bekommt man doch zu schnell den Stempel des singenden, klingenden Jünglings aufgesetzt. OneDirection erfüllten alle Voraussetzungen um letzteres zu erfüllen und dennoch ist es ganz anders gekommen. Nachdem sich Zayn Malik im März 2015 als erster aus der Band verabschiedete und damit den Einsturz des Heile-Welt-Images der einleitete, hatten mittlerweile, bis auf Harry Styles, alle Bandmitglieder eigene Singles veröffentlicht. Nun kommt auch Styles hinzu, bei dem die Erwartungen an sein Soloalbum deutlich höher ausfielen, als bei den anderen Mitgliedern OneDiretions. Mit seinem selbst betitelten Debütalbum Harry Styles hat er nun alle Erwartungen eindrucksvoll erfüllt, wenn nicht sogar überboten. Platziertes es sich doch in elf Ländern auf Platz 1 der Albumcharts und kam in weiteren zehn Ländern in die Top-5. Seine dazugehörige Debütsingle Sign Of The Time ist dann auch der eindrucksvolle Beweis dafür, welch kreativer Kopf Styles ist. Haben sich die anderen OneDirection-Mitglieder am modernen Pop mit R&B- und Danceeinflüssen orientiert, steht Sign Of The Time gänzlich allein auf weiter Flur und präsentiert Styles in Gestalt von 70er/80er Jahre Rockbands und deren großen Songs. Sign Of The Time hat alles, was ein Song braucht um zeitlos zu werden. Mit einer Power-Gitarre und einem Klavier steht und fällt die Ballade mit ihren Emotionen – dazu singt Styles mal hoch, mal kräftig, doch immer verletzbar offen. Wer mit Musik klassischer Boybands nichts anfangen kann, sich selbst aber dennoch immer wieder mit Musik herausfordert, wird in Sign Of The Time einen festen Begleiter finden, der auch in Jahren noch nichts an seiner Strahlkraft einbüßen wird.

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The Best Of 2017 Vol.: 06

The Best Of 2017 Vol. 06

01. Blanche – City Lights

02. Skott – Glitter & Gloss

03. Childhood – Californian Light

04. ODESZA – Late Night

05. Her feat. ZeFire – Swim

06. Flume feat. Kučka – Hyperreal

07. Lea Porcelain – Remember

08. Sunstroke Project – Hey Mamma

09. Disciples – On My Mind

10. Miley Cyrus – Malibu

11. Felix Jaehn, Hight & Alex Aiono – Hot2Touch

12. Hugh – Go

13. Lola Marsh – Wishing Girl

14. Tash Sultana – Murder To The Mind

15. AJR – Weak

16. Mogli – Road Holes

17. Róisín O. Warn Me Of Silence

18. Salvador Sobral – Amar Pelos Dois

19. Kraftklub – Dein Lied

20. State Lights – I Need Time

21. Onuka – Megamix

Blanche – Düsterer Elektropop

Blanche – City Lights

Mit ihren 17 Jahren hat die belgische Sängerin Ellie Blanche Delvaux oder einfach Blanche bereits viel erreicht. Nahm sie in Belgien bereits bei The Voice teil und wurde so dem belgischen Publikum vorgestellt, schaffte sie es schließlich sich für den Eurovision Song Contest zu qualifizieren. Mit ‚City Lights‚ – einem Song der mystisch, dunkel und tief klingt – legte die Sängerin eine Performance ab, die fern des ganzen Bling Bling war und nur durch die außergewöhnliche Stimme Blanches überzeugte. Hört man diese zum ersten Mal, kommt nicht selten die Frage auf, ob es sich hier um eine Frauen- oder Männerstimme handelt. Mit einem dazugehörigen Elektropop-Mix, der sich an Melancholie und Einsamkeit bedient, klingt Blanche so interessant und aufregend, dass man sich ihrer gar nicht verwehren kann. Entfernt an Lenas ‚Taken By A Strangererinnernd, hat Blanche mit ‚City Lightsalles, was ein Newcomer benötigt um den Durchbruch zu feiern.

Disciples – Sie spielen sich in die Charts

Disciples – On My Mind

Das Produzenten-Trio Disciples wird vor allem für seine tiefen Housebeats gefeiert. So hatten sie mit They Don’t Know 2015 bereits einen Top-30 Hit in ihrer Heimat Großbritannien und landeten mit Calvin Harris‘ How Deep Is Your Love sogar auf Platz 2. Nun kommen sie mit On My Mind zurück und begeistern damit abermals alle Liebhaber von poppiger Housemusik. Stets bereit für die Party und den Club haben Disciples mit On My Mind eine volle Ladung Sound veröffentlicht, der sich gar nicht danach richten möchte, ob man gerade tanzen kann oder nicht. Die Disciples holen damit den Sommer direkt aus dem Mittelmeer zu uns und überzeugen mit einem satten Bass und einem Gesang, der sich sofort zum Ohrwurm entwickelt. Immer wieder unterbrochen durch den kräftigen Refrain und dem Wechsel zwischen hoher Stimme und tiefen Sound hat On My Mind den perfekten Mix um sowohl im Radio, als auch im Club zu funktionieren und ist damit für den kommenden Sommer gesetzt.

Miley Cyrus – Geläutert zurück?

Miley Cyrus – Malibu

Ist es die selbe Miley Cyrus die wir da in dem Musikvideo zu ihrer neuen Single ‚Malibu‚ sehen?! Denn mit ‚Malibu‚ überrascht Cyrus gleich doppelt. Bestand ihr letztes Album ‚Bangerz‚ aus provokativen aber auch sehr vielfältigen Songs, veröffentlicht sie nun eine entspannte Elektropop-Nummer, die fern der ganzen Skandale der letzten Jahre ist. Auf ‚Malibu‚ singt Cyrus von einer schönen Erfahrung am Strand von Malibu. Dies macht sie unaufgeregt und mit fester Stimme. Mit einsetzen des Refrains erklingen dann noch Gitarren und erzeugen den perfekten Moment der Weite. ‚Malibu‚ ist eine überraschend bodenständige Nummer, die Cyrus aus dem Sumpf der Skandale rauszieht und mit der Unbeschwertheit dieser ersten neuen Single zeigt, dass Cyrus zurück ist und weit mehr kann, als nur provozieren.

Hugh – Ein Sound der durch die Straße fegt

Hugh – Go

Bereits mit dem Song ‚This Is How It Starts‚, den das britische Quartett Hugh im Frühjahr veröffentlichte, begeisterten sie durch einen Slow-Beat der vor sich hin kroch. Dabei waren es die zusätzlichen Spielereien, die dem Song diese Note der Abwechslung verschaffte. Nun haben Izzy Brooks, Joshua Idehen, Andy Highmore und Tino Kolarides mit ‚Go‘ einen neuen Song bei Soundcloud hochgeladen und klingen damit sogar noch besser als schon auf ‚This Is How It Starts‘. Denn ‚Go‚ begeistert mit einem Retrosound, der an Soundtracks von Ghostbusters erinnert und einen unwiderstehlichen Refrain hat. Brooks und Idehen spielen sich hier gegenseitig die Takte zu und bleiben dabei intim und mystisch. ‚Go‚ passt perfekt in die Kulisse einer menschenleeren Straße in Großstädten, bei dem der nasse Asphalt und die schummrigen Laternen eine Atmosphäre erzeugen, die irgendwo Geister vermuten lassen.

The Best Of 2017 Vol.: 05

The Best Of 2017 Vol. 05

01. Amber Run – Fickle Game

02. Dreamcar – Kill For Candy

03. Gromee feat. Mahan Moin – Runaway

04. Welshly Arms – Legendary

05. Mallrat – Uninvited

06. Sigrid – Don’t Kill My Vibe

07. Kaind – Tiefe Flüsse

08. Mando Diao – Shake

09. The Kooks – Be Who You Are

10. Kraftklub – Fenster

11. Selma & Gustaf feat. The Unmarried Queen – Where We Once Belonged

12. Hurts – Beautiful Ones

13. San Jua – Break Your Fall

14. Her – Five Minutes

15. HAIM – Right Now

16. Phoenix – J-Boy

17. James Blake – My Willing Heart

18. Shout Out Louds – Oh Oh

19. Saux – For I Know

20.Mr. Juke feat. BJ The Chicago Kid – Angels Your Love

21. Tom Grennan – Praying

The Best Of 2017 Vol.: 04

The Best Of 2017 Vol. 04

01. Calvin Harris feat. Frank Ocean & Migos – Slide

02. Moglii feat. Island Fox – Breath

03. The Coronas – We Couldn’t Fake It

04. Kasabian – You’re In Love With A Psycho

05. Glass Animals – Pork Soda

06. Gorillaz feat. D.R.A.M. – Andromeda

07. Howling – Phases

08. Lea Porcelain – Streets Of Philadelphia

09. Burak Yeter feat. Danelle Sandoval – Tuesday

10. Ofenbach – Be Mine

11. Mahmut Orhan feat. Sena Sener – Feel

12. Feist – Pleasure

13. Marian Hill – Down

14. Coldplay – Hypnotised

15. Fleet Foxes – Third Of May/Ōdaigahara

16. Schwarz – Home

17. James Vincent McMorrow – One Thousand Times

18. Vaults – Hurricane

19. Anni – Feels So Easy To Be Loved (Acoustic Version)

State Lights – Große irische Vorbilder

State Lights – I Need Time

Ist es die Stimme Shobsy O’Briens oder das Gitarrenspiel? Oder gar der Stadionrock des Songs I Need Time, der uns an U2 erinnert? Was allerdings bei Bono und seiner Band für zunehmenden Überdruss bei Fans sorgt, lässt das Quartett gekonnt weg und macht Musik, die groß und euphorisch klingt – ohne dabei an Authentizität zu verlieren. State Lights kommen aus Dublin und haben sich 2015 gegründet. Über die letzten beiden Jahre haben sie mit The Disguise bereits eine EP und die Single Breakout veröffentlicht, doch mit I Need Time starten sie jetzt so richtig durch und reihen sich in die lange Liste der irischen Bands ein, die mit erstklassigem Sound Irland präsentieren. Mit markanter Gitarre und O’Briens hoher Stimme katapultiert sich I Need Time direkt in den Kopf um sich dort festzusetzen. Der sauberer Rock und die Portion Pathos, die I Need Time hat, werden State Lights ganz viele Türen öffnen. Well done lads!

Róisín O – Stampfend zum Glück

Róisín O. – Warn Me Of Silence

Vor einem Jahr veröffentlichte die irische Sängerin Róisín O. die Single Give It Up welche eine Popsängerin zeigte, die längst dem internationalen Sound entspricht. Doch trotzdem ist sie bisher nur in Irland erfolgreich. Mit ihrem ungewöhnlichen Gesang, der in Wellen kommt und eine enorme Stimmgewalt besitzt, hat Róisín O. ein so markantes Merkmal dabei, dass sie als Alleinstellung zu nutzen weiß. Auf ihrer neuen Single Warn Me Of Silence zeigt sie genau diese Stimme nochmal besonders stark. Erinnert der Song an den Pop starker amerikanischer Sängerinnen, lässt sich Warn Me Of Silence auf eine Reise ein, bei der man gerne zusteigt. Ähnlich wie seiner Zeit die Zusammenarbeit zwischen Delerium & Sarah MacLachlans für den Song Silence, zeigt Warm Me Of Silence eine enorme Geschwindigkeit und pumpende Beats. Anders als Delerium & MacLachlans Trance-Song ist Róisín O’s Song im Pop wiederzufinden. Warn Me Of Silence ist eine große und dramatische Pop-Nummer, die der Iren nun endlich zum europaweiten Durchbruch verhelfen sollte. Denn warum nach Australien, den USA oder Südamerika Ausschau halten, wenn guter Pop von einer Insel direkt vor unserer Nase kommt.