Snakehips & MØ – Gefallen am R&B

Snakehips & MØ - Don't Leave

Snakehips & MØ – Don’t Leave

MØ kommt eigentlich aus der Indie-Szene Europas. Hatte die dänische Sängerin doch seit 2013 bereits vier Songs in die Charts bringen können. Dass diese Erfolge aber nur kleine Brötchen waren, zeigte der Song Lean On (2015) mit Major Lazer was möglich ist. So schaffte sie es über Nacht weltweit berühmt zu werden – schließlich verkaufte sich der Song weit über 13 Millionen mal. Was folgte, war ein enormer Push ihrer eigenen Songs und mit Cold Water, abermals einer Kollaboration mit Major Lazer und ein weiterer Hit der in 17 Ländern bis an die Spitze der Charts stieg. Mit dem nun veröffentlichten Don’t Leave, den MØ zusammen mit Joe Janiak geschrieben hat, formt sich immer mehr der Eindruck, dass sich MØ im Fahrwasser des amerikanischen R&B/Dance-Sounds wiederfindet. Bleibt ihre Stimme zwar deutlich alternativer, ist der Sound klar in Richtung US-R&B ausgerichtet. Dabei hat das britische Duo Snakehips den Song produziert und liegt genau dazwischen. Produzieren sie doch sowohl Elektro- als auch R&B-Songs. Eben erwähnter Joe Janiak hatte auch bereits Songs für Ellie Goulding, Britney Spears und Tove-Lo geschrieben. Somit hat MØ eine illustre Riege an erfolgreichen Künstlern um sich herum gescharrt und mit Don’t Leave eine Elektroballade veröffentlicht, die sympathisch wie authentisch klingt. Sieht man MØ im dazugehörigen Video doch durch Berlin ziehen und feiern, zeigt sich schnell, warum Don’t Leave seinen Titel trägt. Unterstützt wird das ganze durch einen aus Bass und wiederholenden Chorgesangssequenzen geprägten Refrain. So schafft es Don’t Leave, groß, emotional, tanzbar, oder intim zu sein – ja nach eigener Gefühlslage und damit die beste Grundlage so viele Menschen, wie möglich anzusprechen.

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Missy Elliott – Die Hip-Hop-Queen ist zurück!

Missy Elliott feat. Lamb - I'm Better

Missy Elliott feat. Lamb – I’m Better

Zeit rennt. Dies sieht man bei den Veröffentlichungen von Missy „Misdemeanor“ Elliotts am besten. Hatte sie vor zwölf Jahren, mit The Cookbook, ihr letztes Album veröffentlicht, folgten, bis auf ein paar (weniger erfolgreichen) Songs als Featuring-Act, nur noch 2008 eine eigene Singleveröffentlichung im Zuge eines Soundtracks. Doch gab es vor kurzem ein neues Lebenszeichen Elliotts. Hatte sie doch mit WTF (Where They From) nach langer Zeit wieder eine Single veröffentlicht. Nun folgt eine weitere Songveröffentlichung, die zeigt, dass WTF (Where They From) schon wieder 14 Monate zurückliegt. So kann von einer beständigen Rückkehr ins Musikbusiness noch keine Rede sein. Umso mehr erfreut es Fans der Hip-Hop-Queen, dass mit I’m Better ein weiterer Song der Amerikanerin veröffentlicht wurde. I’m Better baut dabei auf einem reduzierten Hip-Hop-Beat auf, der durch drehende Bässe in das typisch Elliottsche Soundschema findet und dabei keinesfalls angestaubt klingt. Elliotts Rhymes sind dabei bissig und zeigen, dass sie auch heute kein Deut an Relevanz verloren hat. Mit Ihr rappt Lamb, der damit gleichzeitig sein Rap-Debüt feiert und eigentlich als Produzent tätig ist. So hat er bereits Songs für Beyonce, Monica und Keyshia Cole produziert. Auf I’m Better findet jeder Basstakt seinen Weg in den Körper und bringt ihn zum tanzen. Bleibt nur zu hoffen, dass es keine weiteren 14 Monate dauern wird, bis ein neuer Song das Licht der Welt erblickt.

Jamiroquai – Eine ganz große Band ist zurück!

Jamiroquai - Automaton

Jamiroquai – Automaton

35 Millionen verkaufte Platten, drei Nummer-Eins Alben und vier weitere Top-10 Alben, 28 Singles und 24 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums Emergency On Planet Earth sind die britischen Funk/Dance-Tüfftler von Jamiroquai zurück und veröffentlichen nach sieben Jahren erstmals wieder ein Album. Mit dem Song Space Cowboy zündete die Band 1994 so richtig durch und war seitdem ein stetiger Begleiter, wenn es um extrem tanzbare Elektromusik ging. Auf dem Höhepunkt Jamiroquais Karriere erreichten sie mit dem Song Deeper Underground 1998 Platz 1 der britischen Singlecharts. Ab Mitte der 2000er wurde es dann ruhiger um die Band und es wurden mit Dynamite (2005) und Rock Dust Light Star (2010), bis heute nur noch zwei Alben veröffentlicht. Umso überraschender ist die nun ins Netz gestellte Single Automaton, die das gleichnamige Album für Ende März ankündigt. Dabei klingt Automaton noch spaciger und verfrikelter, als man es sich vorstellen könnte. Mit vertrakteten Bässen und Synthies hört sich Automaton an, als würde der Song die Tür in eine neue, modernere Welt öffnen. Dann schließlich, setzt Jay Kay mit einem euphorischen Refrain ein und ist zurück – so, wie man die Band lieben gelernt hat. Automaton und Jamiroquai werden uns durch das Jahr 2017 begleiten und selten freute man sich mehr über die Rückkehr dieser Helden.

 

Rihanna – Die Antipophymne

Rihanna - Love On The Brain

Rihanna – Love On The Brain

Rihanna ist schon ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist man gewillt, das Radio sofort abzuschalten – ob ihrer Omnipräsenz. Doch gibt es auf der anderen Seite auch immer wieder diese absolut umgarnenden Songs wie ihrer aktuellen Single. Love On The Brain ist eine soulige, retroschwere Popballade, die klanglich eine Referenz an die 50er und 60er Jahre setzt. Nach eher ungreifbaren Songs wie Work und Kiss It Better hat Rihanna mit Love On The Brain eine, fast schon überraschend, stimmige Single veröffentlicht. Ungewöhnlich hierbei ist auch Rihannas Stimme, die zu Anfangs hoch und heiser einsetzt und erst spät in ihre gewohnte Stimmfarbe einschwenkt. Rihanna steht nie still. Ob man sie mag oder nicht. Ihr Output an Musik ist auf einem Level, das ihr keiner so schnell nachmachen kann. Ob dabei Quantität oder Qualität zählt, vermag man für sich selbst ausmachen. Mit dem Song Love On The Brain schließt Rihanna musikalisch zu Künstlern wie Amy Winehouse auf und präsentiert die barbadische Sängerin in einem gänzlich neuen Licht.

Giant Rooks – Im Herzen Briten

Giant Rooks - New Estate

Giant Rooks – New Estate

Lange hat es nicht gedauert, bis auch das Jahr 2017 eine dieser Bands bereit hält, die nach einer waschechten britischen Indieband klingen, allerdings aus Deutschland kommen. Womit sich die deutsche Musikindustrie fernab von Bands und Künstlern wie Philipp Poisel, Mark Forster oder Silbermond auch international einen Namen macht. Galten in den letzten Jahren Dance-Acts wie Robin Schulz und Felix Jaehn als absolute Hitgaranten auf dem internationalen Parkett, lassen nun auch immer mehr Underground und Indie-Acts wie Lea Porcelain, Razz und Giant Rooks die Ohren weltweit spitzen. Letztere Band hatte mit der The Times Are Bursting the Lines EP 2015 bereits ein erstes Zeichen gesetzt. Nun sind sie mit ihrer zweiten EP New Estate zurück und fegen mit der gleichnamigen Single alle weg. Klingt New Estate doch nach einem nostalgischen The Kooks Song, der mit schnellen Gitarren jede Sohle in der Indiedisko zum tanzen bringt. Ausrasten ist mit New Estate angesagt. So hört sich der Frontsänger Frederik Rabe, der aus Hamm kommenden Band, doch so international an und versprüht mit seiner Stimme einen Hauch von Ferne. New Estate ist der absolute Frühlingssong, auch wenn dieser noch lange nicht vor der Tür steht. Die Giant Rooks sind zumindest bereit!

Maxïmo Park – Zurück zu lang vermissten Klängen

Maximo Park - Risk To Exist

Maximo Park – Risk To Exist

Es sieht so aus, als würde 2017 DAS Jahr der großen Albumveröffentlichungen werden. Haben doch für dieses Jahr zahllose, weltweit erfolgreiche Bands und Künstler wie, Nelly Furtado, Arcade Fire, Goldfrapp, Gorillaz, Amy MacDonald, Ed Sheeran, London Grammar und viele mehr eine Albumveröffentlichung angekündigt. Zu dieser illustren Zahl an erfolgreichen Bands und Künstlern gesellen sich nun auch die Briten von Maxïmo Park, die mit ihrer ersten Single Risk To Exist das gleichnamige sechste Studioalbum ankündigen. War ihr fünftes Album Too Much Information ein Kritikerliebling kommen sie nun mit Risk To Exist wieder mehr auf die Fans zu und veröffentlichen einen Song, der an die ersten beiden Alben A Certain Trigger und Our Earthly Pleasures erinnert. Da kommen schnelle Gitarren, Paul Smith‘ wunderbar, weinerlich klingende Stimme und ein Maxïmo Park typischer Indiesound zurück und fügen sich zusammen, als hätten sie zwischen Apply Some Pressure und Our Velocity nie etwas anderes gemacht. Risk To Exist zementiert Maxïmo Park als eine der letzten Gitarrenbands der britischen Insel aus den goldenen 2000ern, die darüber hinaus noch immer erfolgreich ist.

Goldfrapp – Mit Elektrogewallt zurück

Goldfrapp - Anymore

Goldfrapp – Anymore

Es ist fast schon unglaublich, doch das britische Duo Goldfrapp ist in seinem 18. Jahr. Damit nicht genug, ist Frontsängerin Alison Goldfrapp 2016 50 Jahre alt geworden und wirkt, klingt und sieht wie Anfang 30 aus. Vielleicht beginnt gerade jetzt die Zeit der alterslosen Stars. Finden sich im aktuellen Popgeschehen doch immer häufiger Musiker, die weitaus älter sind als ihr Wirken, Handeln und ihr Sound zu scheinen vermag. Goldfrapp hatte mit dem letzten Album Tales Of Us nach fünf durchaus erfolgreichen Alben eine Kehrtwende eingelegt und ein Album veröffentlicht, das mit der Genrebezeichnung Folktronica betitelt wurde. So gilt Tales Of Us als anspruchsvollstes, berührendstes und ruhigstes Album und setzte damit eine Zäsur in der Diskografie der Briten. Soweit der Stand 2013. Nun haben Goldfrapp gestern die erste Single ihres, Ende März erscheinenden, siebten Studioalbums Sylver Eye veröffentlicht und werfen damit alle Erwartungen über den Haufen. Klingt die erste Single daraus doch wie Goldfrapp zu Zeiten von Supernature und Black Cherry. Anymore ist vollgepackt mit Will Gregorys Synthesizern und einer sanften, wohl artikulierten Alison Goldfrapp. Anymore klingt wieder verspielt, als würde das Duo plötzlich die Lust auf den Club zurückerobert haben. So schließt sich der Kreis und Goldfrapp leben ihre Evolution vor allen Augen und Ohren aus.

Arcade Fire – Protestsongs als neue Waffe

Arcade Fire feat. Mavis Staples - I Give You Power

Arcade Fire feat. Mavis Staples – I Give You Power

Die Gorillaz haben es letzte Woche bereits vorgemacht. Ob CocoRosie feat. Anohni, Fiona Apple oder Moby und viele mehr, nie gab es eine größere Protestsongbewegung in den letzten 30 Jahren als heute. Nun hat auch die kanadische Indie-Rockband Arcade Fire einen Song als Statement zum aktuellen politischen Wandel in den USA veröffentlicht. Mit I Give You Power zeigen Arcade Fire eine Seite, die nicht unbedingt zu ihrem Musikstil gehört. So ist I Give You Power markant elektronisch und wird vom Gesang Win Butlers getrieben. Dabei könnte I Give You Power fast schon, von den eingangs erwähnten Briten, Gorillaz kommen. Ob I Give You Power auf dem fünften Album, dass 2017 erscheinen soll, enthalten sein wird und eine musikalische Richtungsänderung markiert, wird sich wohl erst später in diesem Jahr zeigen. Vielmehr ist allerdings anzunehmen, dass I Give You Power ein einzelner Song sein wird, der als Reaktion auf die aktuelle politische Lage zu sehen ist. Unterstütz werden die Kanadier von der amerikanischen Gospel- und Soulsängerin Marvis Staples. Darüber hinaus werden alle Einnahmen an die ACLU – der amerikanischen Brügerrechtsorganisation gesprendet.

EMMA6 – Beim Kapitulieren alles richtig gemacht

EMMA6 - Kapitulieren

EMMA6 – Kapitulieren

Wenn in Deutschland von Deutschpop gesprochen wird, hat dieser Begriff immer noch ein leicht verstaubtes Image. Denkt man allerdings an Bands wie Wir Sind Helden, wird auch klar, wie unterschiedlich Deutschpop klingen kann. Im Falle der Nordrhein-Westfälischen Band EMMA6 gilt dieses Beispiel einmal mehr. So hat die dreiköpfige Band mit Soundtrack für dieses Jahr und Passen bereits zwei Alben veröffentlicht und kündigt nun mit der Leadsingle Kapitulieren ihr drittes Album an. Dabei lässt sich Kapitulieren stimmlich bei dem ehemaligen Jupiter Jones Frontsänger Nicholas Müller und musikalisch bei Songs wie Alles von Wir sind Helden einordnen. So klingt Sänger Peter Trevisans Stimme unglaublich warm und herzlich. Mit dem dazugehören Gitarren- und Schlagzeugspiel wirkt Kapitulieren melancholisch und nachdenklich. Diese Mischung lässt Kapitulieren zu einem Referenzsong für EMMA6 werden und findet hoffentlich schnell den Weg in die Radiostationen.

Fenech-Soler – Elektropop mit ganz viel Weite

Fenech-Soler - Conversation

Fenech-Soler – Conversation

Last Forever – das ist nicht nur der Titel eines ihrer ersten Songs, sondern auch ein Statement, das aktuell am besten zu der britischen Band Fenech-Soler passt. Bedeutet Last Forever doch für immer. Und genau diesem Motto folgt die mittlerweile von vier auf zwei Köpfe geschrumpfte Band. Hatten sich die vier Bandmitglieder doch im September 2016 entschieden getrennte Wege zu gehen, war selbst Namensgeber Daniel Fenech-Soler einer der beiden, der die Band verließ. Doch dies sollte der Band keinen Abbruch tun und so veröffentlichte das Duo fleißig weiter und ging im Herbst und Winter 2016 auf ausgedehnte Europatour. Anfang März kommen sie dann auch nach Deutschland um ein paar Konzerte zu spielen, sowie am 3. Februar 2017 Fenech-Solers drittes Album Zilla in die Läden kommt. Darauf enthalten ist die Single Conversation, die dem Elektropop-Sound der Band treu bleibt und mit kalten Synthies und einem energievollen Gesang Ben Duffys überzeugt. Conversation ist die perfekte Indiehymne für jede Indiedisko. Somit ist klar, dass es dem Sound Fenech-Solers auch nach Daniel Fenech-Soler und Andrew Lindsays Ausstieg nicht geschadet hat.