Adele – Konzertkritik

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Sie kam, sie sah, sie siegte. So in etwas ist Adele’s Erfolgsgeschichte zu beschreiben. Keiner hätte im Herbst 2007 gedacht, dass dieses junge, pummelige Mädchen aus Nordlondon einmal zur größten Popdiva der 2000er werden würde. Drei Alben später weiß es jeder. Adele hat es geschafft innerhalb weniger Jahre alle Altersgruppen miteinander zu verbinden. So findet man auf ihren Konzerten ein derart durchmischtes Publikum, dass man sich gar nicht erst auf eine Zielgruppe festlegen könnte.
Am 8. Mai hatte man schließlich die Gelegenheit sie live in Berlin zu sehen – wohlgemerkt zu ihrem zweiten Konzert in der Hauptstadt. Wie eine Frau 12.000 Menschen begeistern kann, lest ihr in der folgenden Konzertkritik.

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Die Uhr zeigt 19:58 Uhr an, als sich der Großteil der Besucher auf seinen Plätzen eingefunden hatte. Denn es lag irgendwie in der Luft, dass das Konzert in Kürze beginnen würde. Und tatsächlich, um Punkt 20 Uhr wurde in der MBA-Arena das Licht gedimmt. Das übergroße Standbild ihrer Augen, dass im Hintergrund die ganze Zeit schon zu sehen war und sich nur einige male durch einen Windzug bewegt, wurde plötzlich lebendig. Öffneten sich doch die Augen dieses Vorhangs und schwebte Adele gleichzeitig aus dem Boden der mittleren Bühne nach oben. Mit einem kurzen zuwinken der Fans begann sie mit ‚Hello‘ den Abend und so wurde sofort klar, dass dieser Abend ein ganz besonderer werden sollte. Stand da doch eine einzelne Sängerin in mitten Tausender ihrer Fans. Doch der eigentlich sprachlos machende Moment war, als Adele anfing zu singen und allen klar wurde, dass die Stimme, die sie auf ihren CDs hörten, eins zu eins die Stimme war, die nun vor ihnen, live sang und.

Hommage an Berlin

Mit ihrem zweiten Lied, welches ihre allererste Single aus 2007 – ‚Hometown Glory‘ – war, fuhr sie fort und zeigte auf der großen Leinwand im Hintergrund, London und Straßen rund um ihren Heimatkiez, bis der Punkt kam, als sie „… round your hometown..“ sang und jedem Fan klar war, dass dies nicht zum originalen Text gehörte. Denn nur Sekunden später sollten Bilder des Berliner Fernsehturm und weitere Berliner Sehenswürdigkeiten sowie Kiezmotive folgen, um diesen Song für jeden Fan ganz persönlich werden zu lassen. Emotionaler hätte diese Botschaft und der anschließende Kommentar, dass wir stolz auf unsere Heimat sein sollen, nicht sein können. Und so war ihr tosender Applaus sicher.
Es folgten mit ‚One And Only‘ und ‚Rumour Has It‘ zwei Songs aus ihrem zweiten Album ’21‘, bei dem vor allem der letztere so soulig mit Backgroundsängerinnen performed wurde, dass die Halle nur so vom Sound erfüllt wurde. Zwischenzeitlich hatte sie bereits bei ‚Hometown Glory‘ die mittlere Bühne, durch die Fans, in Richtung Hauptbühne verlassen.

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Natürlich hatte Adele auch Uptempo-Songs dabei die, wahrlich selten, aber dafür groß präsentiert wurden. Mit ‚Water Under The Bridge‘ und der basslastigen Ballade ‚I Miss You‘, folgten zwei Songs, die musikalisch gesehen eher ungewöhnlich für Adele waren. Sind doch all zu elektronische Produktionen bei ihr eher die Ausnahme.
Den Übergang zu ‚Skyfall‘ präsentierte Adele schließlich mit der Geschichte, wie es zu der Zusammenarbeit zwischen den Bond-Machern und ihr gekommen sei und, dass sie Adele gerne auch ein zweites mal für einen Bond-Song hätten haben wollen.

Immer wieder Überraschungen auf der Bühne

Mit ‚Million Years Ago‘ setzte sie hingegen wieder ein stilles Zeichen. War der Song doch so reduziert arrangiert worden, dass man, bis auf Adele und einen Gitarristen nichts weiter sehen oder hören konnte.
Und wie es sich für Adele, die stets viel auf ihren Konzerten spricht, gehörte, gab es zwischendurch immer wieder Einlagen und Selfies mit Fans. So wurde einmal ein, als Adele verkleideter Fan auf die Bühne geholt, sowie auch ein schwules Pärchen, bei dem der eine dem anderen auf er Bühne einen Heiratsantrag machte. Natürlich mit einem ‚Ja‘ beantwortet. So gab es die ganze Zeit etwas zu erzählen und man kam sich fast vor, als würde man sich mit einer – zugegebener Maßen recht großen – Clique über Gott und wie Welt unterhalten und einfach die Zeit unter Freunden genießen.

Über ‚Don’t You Remember‘ einer weiteren tragischen Ballade ging es zu ‚Send My Love (To Your New Lover)‘ der gerade veröffentlichten dritten Single. Die sie voller Rhythmus performte und abermals mit dem Background zusammen bis in die letzte Ecke der MBA-Halle schallen ließ. Mit der Bob Dylan Ballade ‚Make You Feel My Love‘ und ‚Sweetest Devotion‘ gab sie ihre volle Bandbreite zum besten und ging in der Musik förmlich auf. Es war der Moment, an dem auch das Publikum sich voll und ganz auf Adele einließ und die Handyblitze einschalteten um durch tausende dieser Lichter die Halle zu erleuchten. So formte sich eine neumodische aber zweifellos romantische Stimmung und Intimität, die man vorher sicherlich kaum für möglich gehalten hatte. Was folgte war ‚Chasing Pavements‘ und damit ein weiterer Klassiker aus ihrem Debütalbum ’19‘, um dann ein weiteres mal durch die Menge zurück zur mittleren Bühne zu gelangen. Hier warteten große, durchsichtige Vorhänge darauf, Adele zu umhüllen und eine Optik zu erzeugen, die sowohl irritierend als auch faszinierend war. So projezierten eine Kamera ihre Performance auf alle vier Seiten der Vorhänge und erzeugte somit fast schon ein Hologramm. Dadurch wirkte Adele nicht nur größer, sondern auch klarer als vorher. Dies wurde durch den Song ‚Someone Like You‘ zusätzlich unterstützt, sang hier doch die ganze Halle mit und rollten nicht wenige Tränen über die Wangen der Fans.

Barfuss im Regen

Schließlich wurden die Vorhänge aus Stoff gegen Vorhänge aus Wasser eingetauscht. Begann es doch plötzlich um Adele herum zu regnen. Gleichzeitig löste sich das, auf den Plätzen sitzende Publikum auf und fand sich zu einer Traube im die Bühne herum zusammen. Als ‚Set Fire To The Rain‘ anfing, war allen klar, dass dies ein weiterer Höhepunkt des Konzertes war – doch auch das letzte Lied sein sollte. Schließlich verschwand Adele wieder durch den Boden der Bühne und wurde gekonnt, durch die Menge, aus der Halle gebracht.
Unzählige Minuten und tosenden Applaus später folgte mit ‚All I Ask‘ die Rückkehr der Britin auf der Hauptbühne. Mit der unglaublich emotionalen Performance von ‚When We Were Young‘ bei dem sie auf allen Leinwänden mal charmante und mal weniger gut getroffene Bilder aus ihrer Jugend zeigte. Doch wie es zu Adele passt, waren diese Bilder genau so gewollt, sollten sie doch ausdrücken, sich an seine Kindheit, seine Vergangenheit nie schlecht zu erinnern und stolz auf das zu sein, was man bereits erleben konnte. Durch diese Fotos kam das Publikum der Sängerin so nah wie man es nicht für möglich gehalten hatte und zementierte das Gefühl eine gute Freundin auf der Bühne zu sehen.

 

 

Das Final als bombastischen Höhepunkt zelebriert

Mit ‚Rolling In The Deep‘ läutete Adele schließlich das ultimative Finale ein und fuhr alles auf, was an diesem Abend zu erleben war. Von lauten Chorgesängen mit ihren Backgroundsängerinnen, einer Strophe nur für die Fans zum mitsingen, einer verlängerten Version des Songs und schließlich einem riesigen Konfettiregen war alles in nur fünf Minuten gepackt und schaffte einen Abschied, der sowohl wohlwollend als auch befriedigend für das Publikum war.

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Adele @Mercedes Benz Arene Berlin 08. Mai 2016

Und dann, ganz plötzlich war sie weg, das Licht ging an und alle guckten sich zufrieden an und wussten, dass dieser Abend für Adele wohl noch hunderte Male kommen wird, doch für die Fans eine unvergessliche Erinnerung bleiben wird, die sie lange im Gedächtnis behalten werden.

Advertisements

Gorgon City feat. Vaults – mehr Sommer geht nicht

Gorgon City feat. Vaults - All Four Walls

Gorgon City feat. Vaults – All Four Walls

Gorgon City haben in den letzten zwei Jahren für so einige Hits gesorgt. Nun hat sich das Londoner DJ-Duo mit der, ebenfalls aus London kommenden, Vaults eine weitere spannende neue Stimme geangelt um einen Hit abzuliefern. ‚All Four Walls‘ ist die volle Ladung Sommer Und kommt mit tropischen Beats, sowie Vaults fantastischem Gesang um die Ecke. Die Nummer sitzt und schafft Partystimmung. Und aller Vorraussicht nach wird es für Vaults somit um ein Vielfaches leichter als Solokünstlerin ihre Songs zu präsentieren. Wir können uns also sicher sein, von Vaults in naher Zukunft, noch einiges zu hören. In der Zwischenzeit bedienen wir uns des Sommersongs ‚All Four Walls‘.

Gorgon City feat. Vaults - All Four Walls

Gorgon City feat. Vaults – All Four Walls

Walking On Cars – Konzertkritik (Frannz Club Berlin)

Nun sind sie da. Walking On Cars haben vor wenigen Tagen auch in Deutschland ihr Debütalbum ‚Everything This Way‘ veröffentlicht und kamen dafür nochmals nach Berlin um ihre Songs einem größer gewordenen Publikum zu präsentieren. Und vor allem, im direkten Vergleich mit dem Showcase-Konzert im Privatclub im Frühjahr, kann man sagen, dass hier eine enorme Steigerung stattgefunden hat.

Causes @Frannz Club

Causes @Frannz Club

Die Niederländer von Causes wärmten auf

Doch erst einmal machten die Niederländer von Causes eine gute, wenn auch ungewöhnliche Figur. Standen da doch vier gestandene Männer auf der Bühne, hörte sich der Sound zeitweise eher nach ein paar jungen Nerds an. Dies allerdings nur im positivsten Sinne, waren Songs wie ‚Teach Me How To Dance With You‘, To The River‘ und ‚All For Us‘ doch Gefühlsgaranten, die dem Start in den Abend keinen Abbruch tun sollten. So blieb festzustellen, dass Causes, trotz der Authentizitätsfrage ihres Wirkens, einen wunderschön, melodischen Pop ablieferten.

Tick Tock und die Iren waren da

Es war nicht einfach nur die Bühne, sondern auch die großen Gesten, der Sound und das Publikum, dass dieses Konzert so sehr hatte anders wirken lassen. Schon direkt zu Beginn legten die Iren mit ‚Tick Tock‘ los und hatten das Publikum sofort auf ihrer Seite. Anders als beim Showcase waren nun deutlich mehr junge Mädchen dabei, die mit Eddingen und Postern auf ihre Lieblinge warteten. So war es auch nicht verwunderlich, dass ordentlich mitgesungen wurde.
Es folgten ‚Ship Goes Down‘ und ‚At Gunpoint‘ bei denen Frontsänger Patrick Sheehy deutlich direkter und losgelöster wirkte als beim ersten Konzert.

Mit ‚Always Be With You‘ folgte dann auch der erste große Song, den die Band gemeinsam mit dem Publikum performte. Doch der eigentlich, erste emotionale Höhepunkt fand bei einem neuen Song statt. ‚Find Me Now‘ war eine brachiale Wand von einem Rocksong und klang dennoch zerbrechlich. Hier wirkte selbst die so neue Freiheit der Band noch ganz dünn. So sah man Sheehy an, dass hier etwas in ihm anschwoll und er zwar mit der Band das Gefühl des Songs bestimmte, sich diesem aber dennoch auch völlig hingeben konnte. Kurzzeitig sollte man denken, dass dies wohl der authentischste Moment sein sollte, den wir an diesem Abend erleben sollte, um nur kurze Zeit später, von neuen belehrt zu werden, dass die ganz großen Gefühle einfach zur Band passen. Hatten sie doch nach ‚Loves Back Down‘ direkt zu ‚Flying High Falling Low‘ eingestimmt und den Moment der Entstehung beschrieben. So hatten sie eine Vorweihnachtszeit, in der alle Bandmitglieder sich vollständig auf die Band konzentrierten und jeden Euro in diese steckten, allerdings zu Weihnachten kein Geld hatten um ihren Liebsten etwas zu schenken und ihnen so, aus Dankbarkeit, auch nur eine kleine Freude zu machen.
Hörte man sich diese Geschichte an, hatte man gleich dieses Gefühl, jemanden nicht genug gedankt zu haben. Und so war ‚Flying High Falling Low‘ nicht von ungefähr, genau darauf aus, dieses Gefühl zu erzeugen.

Walking On Cars @ Frannz Club

Walking On Cars @ Frannz Club

Zum Finale immer größer

Es folgten ‚Two Stones‘ und ‚Hand In Hand‘ die abermals zum mitsingen animierten und das Publikum nicht lange bitten musste. Hier geriet Sheehy sogar so in Ekstase, dass ihm glatt bei seinen großen Gesten das Mikrofon aus der Hand fiel. Doch wer glaubte, dass es ausschließlich Teenager in den Frannz Club gezogen hatte, wurde überrascht. Waren doch nicht wenige Mittdreißiger, die nur weiter hinten standen und dennoch jeden Song textlich beherrschten, anwesend.

Nach einem, fast schon obligatorischen, Abgang und einer Verabschiedung dauerte es nicht lange, bis die fünf für eine Zugabe wieder auf die Bühne kamen und mit ‚Don’t Mind Me‘ und ‚Catch Me If You Can‘ nochmal das ganz große Geschütz ausfuhren. Was folgte war keine geringere als die erste Singleauskopplung in Deutschland –  ‚Speeding Cars‘, die den Abend so sehr abrundete, dass selbst eingefleischte Rockfans fragten, was das denn gerade für ein wahnsinnig gutes Konzert war.

Sheehy, konnte sich, obwohl er groß und schlaksig gewachsen ist, überraschenderweise sehr galant und fließend zu seinem Sound bewegen und blieb dabei die ganze Zeit authentisch. Die Bandmitglieder um Patrick Sheehy – Sorcha Durham, Dan Devane, Paul Flannery und Evan Hadnett steuerten ihr übriges dazu bei, einen Liveauftritt Walking On Cars als Belohnung zu empfinden. Eine Belohnung für was? Das blieb dem Publikum 12 Songs lang selbst überlassen herauszufinden.

Retro Stefson – Mit isländischem Charme

Retro Stefson - Skin

Retro Stefson – Skin

Es ist doch schon bemerkenswert, was Island alles an großartigen Künstlern hervorbringt, da sind Sigur Ros und Björk genauso zu nennen, wie FM Belfast und Retro Stefson. Letztere haben gestern ihre neue Single ‚Skin‘, aus ihrem dritten Studioalbum ‚Scandinavian Pain‘ veröffentlicht.
Retro Stefson haben bereits einige Musikrichtungen ausprobiert. So war das erste Album noch eine Art Weltmusik und beinhaltete viele afrikanische Musikelemente, hatten sie ihr zweites Album deutlich elektronischer und moderner produziert. Nun kommt mit ‚Skin‘ ein weiterer Song ins Repertoire der Band der frisch, frech und vor allem wieder sehr elektronisch angehaucht ist. Der Gesangsanteil bei ‚Skin‘ ist erstaunlich hoch und lässt Frontsänger Unnsteinn Manuel Stefánsson’s Stimme gut arbeiten.
Als erster Vorbote des neuen Albums ist ‚Skin‘ somit eine sehr gute Wahl.

Róisín O. – Stark, Populär und Sympatisch

Róisín O - Give It Up

Róisín O – Give It Up

Róisìn O. klingt wie eine Mischung aus The Corrs und Kate Bush und kommt aus Irland
Bereits 2012 veröffentlichte die 28 jährige Sängerin ihr Debütalbum ‚The Secret Life Of Blue‘ mit dem sie lange durch Irland und Europa tourte.
Nun ist die Schwester des The Corona-Frontsängers Danny O’Reilly mit einem brandneuen Song zurück und kündigt damit indirekt ihr zweites Album an. Indirekt deshalb, weil bis jetzt noch nichts von einer neuen Platte zu hören ist.
‚Give It Up‘ ist eine wunderbare Popnummer die nur so von Energie strotzt. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass ‚Give It Up‘ wohl zu den stärksten Songs der Dublinerin gehören. Der schmissige Beat und der laute Hintergrund passen hier und da verheißungsvoller an, als gedacht.
So bleibt uns bis dahin nur die Single ‚Give It Up‘. Aber die ist ja schließlich auch schon wirklich gut!

Thomston feat. Wafia – ein gefundenes Fressen

Thomston feat. Wafia - Window Seat

Thomston feat. Wafia – Window Seat

So könnte man es nennen, wäre auch nur einer der beiden Künstler ein Raubtier. Doch weit gefehlt. Weder die Australierin Wafia, über die Ihr bereits Neujahr hier etwas lesen konntet, noch der Neuseeländer Thomston klingen, als wären sie auf Beutezug. Vereint doch beide ein zurückhaltender, fast schon in sich gekehrter Sound. Beschreibt Thomston seine Musik als Alternative-Pop, ist Wafia nicht all zu weit davon entfernt.
Nun haben sich beide für den Song ‚Window Seat‘ zusammengetan und einen angenehm fließenden Track kreiert. Hier treffen sanfte Bässe auf zurückhaltenden Gesang und erinnern ein wenig an den ebenfalls aus Australien kommenden Flume. Thomston’s Stimme fällt hierbei ebenso positiv auf, wie seine Songproduktion. So ist ‚Window Seat‘ eine schwebende Popnummer, die sich am Strand genauso gut macht, wie beim auf der Couch relaxen.

Blink-182 – Wenn die Musik spaltet

Blink-182 - Bored To Death

Blink-182 – Bored To Death

Sie waren in den 2000ern eine der erfolgreichsten Punk-Rock-Bands der Welt und verkauften über 35 Millionen Alben. Davon allein mit ‚Enema Of The State‘ und ‚Take Off Your Pants And Jacket‘ jeweils 15 Millionen Platten. 2003 folgte die letzte Platte ‚Blink182‘ bevor sie sich trennten und erst acht Jahre später – 2011 mit ‚Neighborhoods‘ zurückkehrten. Erreichte dieses Album noch weitestgehend hohe Chartsplatzierungen blieb der Band allerdings nur die Startwoche als Glanzwoche zu nennen.
Nun kommen die Jungs aus Kalifornien, abermals nach einer 5-jährigen Abstinenz, zurück und überraschen mit dem Weggang Tom DeLongs. War dieser als Gründungsmitglied der Band bis 2015 doch die zweite Stimme des Trios.
Nun sind sie mit dem Song ‚Bored To Death‘ und dem Neuzugang Matt Skiba zurück und stellen unter Beweis, dass sie auch die großen Punknummern noch immer beherrschen. So wirft uns ‚Bored To Death‘ zurück in unsere Jugend und lässt den Sommer 2003 wieder aufleben. Blink-182 machen auf ‚Bored To Death‘ das beste und sind als Band selten näher an ihrer Hochzeit gewesen als damit.

The Jezabels – Hier hat die Frau die Hosen an

The Jezabels - Pleasure Drive

The Jezabels – Pleasure Drive

Starker Frauenrock ist selten geworden. Ja sogar so selten, dass man sich zwar weit aus dem Fenster lehnt, wenn man behauptet, dass mit den Yeah Yeah Yeahs und ihrer seit 2014 andauernden Pausierung wohl die letzte große Stimme des Frauenrocks die mediale Bühne verlassen hat. Vorbei sind auch die Zeiten, an denen Gossip für Aufschreie durch feministische Parolen gesorgt haben.
Genau dieser Lücke scheinen sich The Jezabels aus Australien bewusst geworden zu sein. Klingt doch ihr Sound weitaus kräftiger und dunkler als man es bisher kannte. Ruft man sich ‚Endless Summer‘ zurück ins Gedächtnis, wird man wissen, dass zwischen dem Song und dem nun veröffentlichten ‚Pleasure Drive‘ Welten liegen. Beide klingen so groß, wie gut, doch könnten sie von der Wirkung nicht unterschiedlicher sein. Auf ‚Pleasure Drive‘ klingt Hayley Mary so viel kräftiger und zielgerichteter, dass man sich fragen muss, was die Band dazu getrieben hat. Interessant wäre die Antwort auf jeden Fall. Doch steht nicht alleine Hayley Mary im Mittelpunkt des Songs. Gibt es doch schrammelige Gitarren, ein sattes Schlagzeug und einen psychedelischen Hintergrundtakt, die allesamt ‚Pleasure Drive‘ zu einem durchdringenden Song machen.
So groß und voller Kraft hat man The Jezabels noch nie wahrgenommen und fragt sich jetzt; warum eigentlich nicht?!

City Calm Down – die vielleicht neue große Rockband mit Epos?

City Calm Down - Falling

City Calm Down – Falling

Bereits letztes Jahr konntet Ihr hier über City Calm Down und ihren Song Rabbit Run erfahren. Damals wie heute könnt Ihr darüber lesen, wie viel Pathos diese Band mitbringt. Nun haben die vier Australier einen neuen Song veröffentlicht, der abermals zeigt, dass City Calm Down alle Berechtigung mit sich bringt, im Musikgeschäft zu bestehen. Beginnt ‚Falling‘ doch schnell und ist mit Jack Bourke’s Stimme drängend sowie er mystisch klingt. Darüber hinaus baut sich der Song zu einer großen Hymne auf, die zeitweise theatralisch und immer auch episch ist. Das Debütalbum ‚In a Restless House‘ wurde bereits letztes Jahr veröffentlicht und hält weitere diese großartigen Songs bereit. So ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis City Calm Down mit ihrer Musik auch Europa erreichen. Zu wünschen wäre es ihnen.

Highasakite – Für den ganz großen Moment

Highasakite - Golden Ticket

Highasakite – Golden Ticket

Sie bestehen erst seit fünf Jahren, haben aber schon ihr drittes Album in der Pipeline. Die Norweger von Highasakite lassen nichts anbrennen und entzünden dabei selbst das Feuer. Ihr Durchbruch kam mit ihrem 2014 veröffentlichten, zweiten Album ‚Silent Treatment‘, mit dem sie den ersten Platz der Norwegischen Albumcharts erreichten. Im selben Jahr wurde ihr Song ‚Since Last Wednesday‘ zum Titelsong des Berlin Festivals gekürt und schaffte somit auch den Sprung über die Landesgrenze und in den Mainstream. Es folgten Anfragen aus ganz Europa und Australien. Mit ihrem Ende Mai erscheinenden dritten Album ‚Camp Echo‘ legen sie sogar noch eins drauf und hauen regelrecht mit großen epischen Indiehymnen um sich. Ein Vorgeschmack liefert die Single ‚Golden Ticket‘, die mit einem modernen Bassgerüst startet und sich im Laufe der knapp vier Minuten zu einer großen, exzessiven Hymne entwickelt. ‚Golden Ticket‘ ist ein Song für die ganz großen Momente und die ganz großen Gefühle.

Highasakite - Golden Ticket

Highasakite – Golden Ticket