Abby – deutsche Musik auf internationalem Niveau

Abby - Time Is Golden

Abby – Time Is Golden

Die Band Abby ist eine, seit 2009 auftretende, Berliner Alternative Band. Mit ihrem, im Sommer 2013 veröffentlichten, Debütalbum ‚Friends & Enemies‘ sorgten sie bereits für einen ersten Aha-Effekt. Nun sind sie mit Album Nummer zwei zurück und hören sich deutlich erwachsener an. ‚Hexagon‘ beinhaltet die Single ‚Time Is Golden‘, die reifer klingt, als das meiste, bis dahin gehörte von Abby. Hier klingt Filou’s Stimme tiefer, tiefgründiger und erhabener als man es so kannte. Dazu kommt, dass ‚Time Is Golden‘ in einer düsteren Atmosphäre spielt. Dies alles erinnert an die Editors – wenn auch mit etwas mehr Pop. Doch ‚Time Is Golden‘ wird auf lange Sicht wohl für Abby ein Türenöffner sein – und dies zu Recht.

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Billie Marten – 15 Jahr, blondes Haar

Billie Marten - Bird

Billie Marten – Bird

Diese Geschichte kommt einem bekannt vor. Eine 15 jährige aus Yorkshire, Großbritannien bringt mit ihrem Singer/Songwriter Sound die Kritiker um den Verstand. Was Birdy 2011 bereits schaffte, funktioniert auch vier Jahre später noch mit Billie Marten. Der NME schreibt, dass sie eine Mischung aus Laura Marling und Lucy Rose sei, der Independent spricht von einer hauchenden und betörenden Stimme. Genau das ist es, was Billie Marten ausmacht. Ihre zurückhaltende Stimme, die auf dem Song ‚Bird‘ hoch angesetzt ist, und der reduzierte Sound, lassen einen verzaubert dastehen. Vielleicht braucht es diese Art der verträumten Teenage-Sängerinen wie Billie Marten und Birdy um auch mal aus dem Popzirkus gerissen zu werden. Der Song ‚Bird‘ hat jedenfalls genau das Gefühl, das wir für die Winterzeit gebrauchen können.

Troye Sivan – Anerkennung von allen Seiten

Troye Sivan - Blue Neighbourhood

Troye Sivan – Blue Neighbourhood

Die Geschichte von Troye Sivan kommt einem Traum gleich. Bereits mit elf Jahren fing seine vielschichtige Karriere an. So spielte er in einem Vorort der australischen Stadt Perth den Oliver Twist auf einer Theaterbühne. Es folgten Engagements in Filmen wie ‚Spud‘, wo er eine Hauptrolle in allen drei Teilen hatte, und ‚X-Men Origins: Wolverine‘. Fast zeitgleich begann Sivan seine Gesangskarriere. Mit Auftritten in der Spendengala ‚Telethon‘ 2006, 2007 und 2008, in der er auch mit Guy Sebastian zusammen sang, wurde er über Nacht berühmt. Ebenso folgte ein Auftritt bei ‚Star Search‘. Seit 2013 hat Sivan einen eigenen YouTube-Kanal und teilt seither vieles mit seinen Fans.
Bereits eine EP veröffentlicht, folgte nun im Oktober sein Debütalbum ‚Blue Neighbourhood‘. Der darauf enthaltene Song ‚Wild‘ ist gleichzeitig die Leadsingle und der erste Teil einer 3-Episoden umfassenden Videogeschichte mit den Songs ‚Fools‘ und ‚Talk Me Down‘. Ist ‚Wild‘ bereits ein gefühlvolle Song, ist das dazugehörige Video noch ein Emotionsverstärker. Hier trifft Sivans schauspielerisches Können auf seine warme Stimme und erzeugt große Gefühle. So zeigt sich, der selbst homosexuelle Sivan, in einer heranwachsenden Freundschaft mit seinem besten Freund, die weit über eine solche hinauswächst. Doch lässt der Vater seines Freundes dies nicht zu. Kennt man diese Situation aus unzähligen Filmen zwischen Mann und Frau, wirkt diese oft kitschig und stereotypisch. Bei Sivans Video-Triologie wird allerdings eine Tiefe und Vielschichtigkeit der beiden wiedergegeben, die den Zuschauer Betroffenheit fühlen lässt.
Und so ist hier nicht nur ‚Wild‘, sondern auch ‚Fools‘ und ‚Talk You Down‘ als Tip zu sehen.

Synapson feat. Anna Kova – Jazz, EDM und French touch

Synapson feat. Anna Kova - All In You

Synapson feat. Anna Kova – All In You

Synapson waren vor kurzem bereits mit dem Song Djon maya maï hier auf SOML.com zu finden. Nun kommen sie mit einem weiteren Song zurück und zeigen einmal mehr, dass Ihr Sound vielschichtiger als der normaler EDM-Sound ist. Auf All In You verbinden das französische DJ-Duo, Jazz, EDM und French Touch, untermalt mit der Stimme der ebenfalls aus Paris kommenden Anna Kova. Ist ihr Sound eine Mischung aus Jazz, Soul und Hip-Hop passt ihre Stimme wunderbar zum Sound Synapson’s. Was aus diesem Potpourri entstanden ist, hört Ihr auf All In You. Vor allem der Refrain Anna Kova’s ist so unglaublich anziehend, dass man den Song kaum wieder aus dem Kopf bekommt.

BOY – Konzertkritik

Small Fires - Tempodrom 23.11.2015

Small Fires – Tempodrom 23.11.2015

Lange Schlangen standen vor dem Tempodrom in Berlin. Fünf oder sechs von diesen Warteschlangen reichten bis zum Rasen. Es war kalt, fast schon frostig, als an diesem Abend zwei ganz besondere Frauen zu einem Konzert einluden. Das Duo BOY, bestehend aus der Hamburgerin Sonja Glass und der aus Zürich kommenden Valeska Steiner, wollten ihr zweites Album ‚We Were Here‘ vorstellen und sollten von einem restlos ausverkauften Tempodrom empfangen werden. Was bereits im Vorfeld angekündigt wurde, brachte so auch die Wartenden nicht aus der Ruhe, gab es doch, nach den Ereignissen in Paris, verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. So wurde jeder Besucher einzeln abgetastet und durchsucht. Dies sollte der Stimmung jedoch nicht schaden und so fand sich ein gemischtes Publikum aus knapp 3.700 Menschen zusammen um den Klängen dieses Duos zu lauschen.

BOY - Tempodrom 23.11.2015

BOY – Tempodrom 23.11.2015

Vom Traum dahinzuschweben

Mit einer Seltenheit in der heutigen Konzertlandschaft, wurde mit jeweils einem Gong 10 Minuten, 5 Minuten und zu Beginn darauf hingewiesen, dass die Vorband nun beginnen würde. War man bereits vom Gebäude an ein Theaterzelt erinnert, ließ ein der Gong spätestens vollends dies verspüren.
Mit der Hamburger Band Small Fires hatten sich BOY dann auch eine passende Band als Support eingeladen. War doch die Musik der drei Jungs aufrichtiger Alternative, der sich nicht schämte nach Pop zu klingen und durch seine sphärisch, elektronischen Elemente sofort ins Herz ging. Mit Songs wie ‚Lay A Cloud On Me‘ und ‚Take It On The Chin‘ sorgten sie für eine bassgeladene aber angenehm, heimelige Stimmung. Selbst schnellere Songs wie ‚The Weight‘ und vor allem ‚Set To Glow‘ veränderten sich in ihrem Sound hin zu einer gewaltigen, wabernden Blase, die überwältigend mit der richtig eingesetzten Lichtshow harmonierte. ‚Shuffle The Deck‘ soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, war der Song doch durch den Bass und mit Hilfe eines perfekten Gitarrenspiels fast schon perfekt und wirkt im Tempodrom, als würde man in einem Traum dahinschweben.

BOY - Tempodrom 23.11.2015

BOY – Tempodrom 23.11.2015

Allgemein sollte, dieses Gefühl des verträumten dahinschwebens noch so einige Male an diesem Abend erzeugt werden. Und so ging Punkt 21 Uhr das Licht im Saal aus und Sonja und Valeska betraten die Bühne – unter frenetischem Jubel. Die ersten Töne deuteten ‚We Were Here‘ als Opener des Abends an. Valeska sang zu einem sachten Soundaufbau der sich im Verlaufe des Songs soweit steigern sollte, dass sich sowohl das Nebelhorn als auch das Licht und die Melodie zu einem riesigen Gerüst formten und die gesamte Halle einhüllen sollten. Dies war gleich zu Beginn eine unerwartet große Offenbarung und öffnete so die Herzen des Publikums. Es waren vor allem die ruhigeren, verträumteren Songs, die an diesem Abend wirken. So waren ‚Army‘ und ‚Hotel‘ wahre Seelenstreichler und war ‚Into The Wild‘, als erster Song der ersten Zugabe, der sanfte Wind der das Publikum in Geborgenheit zu hüllen schien. Es war bedächtig, es wurden Feuerzeuge und Handyblitze angemacht und auch wenn das Licht dieser beiden Quellen nicht unterschiedlicher wirken könnte, wurde der Raum in eine Traumwelt, aus funkelnden Punkten, gehüllt.

BOY - Tempodrom 23.11.2015

BOY – Tempodrom 23.11.2015

Sieben kleine Zahlen bewegen 3.700

Zwischendurch wurden immer wieder Uptempo-Nummern wie ‚Drive Darling‘, ‚This Is The Beginning‘, ‚Waitress‘ oder ‚Oh Boy‘ gespielt. Mit ‚Boris‘ sang Valeska dann über eine Erfahrung, die sie mit einem penetranten jungen Mann in einer Züricher Bar machen durfte. So bittersüß kann eine Abrechnung sein. Es folgten Songs wie ‚New York‘ und schließlich ‚Little Numbers‘, das nicht nur das Publikum im Innenraum, sondern auch die Ränge zum tanzen brachte. So bewegte sich der Innenraum wie eine seichte Welle immer wieder auf und ab.

BOY - Tempodrom 23.11.2015

BOY – Tempodrom 23.11.2015

Was folgte war eine zweite Zugabe, ehe sich die Band endgültig von der Bühne verabschiedete. Das Tempodrom stand an diesem Abend vor allem für eines, für Glück. Denn genau dieses Gefühl war durchgehend in jeder Minute zu verspüren – beim Publikum gleichermaßen wie bei den beiden von BOY. Und so wurde auch die Bedeutung des Satzes „Es sei nicht leicht in der aktuellen Zeit glückliche Musik zu machen“ vom Publikum honoriert und mit Applaus bestätigt. Denn das ist es, was man von Valeska Steiner und Sonja Glass geboten bekam, das Gefühl sich für anderthalb Stunden fernab der heutigen Zeit geborgen und glücklich zu fühlen. Und so werden viele, nach diesem Konzert, das Tempodrom mit einem Gefühl verlassen haben, das es heißt, so lange wie möglich zu bewahren. Vielleicht wird es dem ein oder anderen auf dem Nachhauseweg ganz ähnlich der Textzeile gegangen sein; „There’s something big about to start, for the dreamer […] no sleep, no sleep for the dreamer“, es wäre die Schuld der Band, mit dieser sie wahrlich gerne leben könnten.

BOY - Tempodrom 23.11.2015

BOY – Tempodrom 23.11.2015

AURORA – Stimmt auf Weihnachten ein

AURORA - Half The Moon Away

AURORA – Half The Moon Away

Rannte sie im Frühjahr noch mit den Wölfen, kommt AURORA nun mit einem Oasis Cover zurück, dass sich nicht verstecken muss, so spiegelt sich die engelsgleiche Gestalt AURORA’s auch in ihrer Stimme wieder. Die britische Warenhauskette John Lewis nutzt den Song als diesjährigen Weihnachtssong und verhalf AURORA so zu ihrer ersten Chartnotierung in Irland und Großbritannien. ‚Half The Moon Away‘ ist eine reduzierte Ballade, die sich vollkommen auf AURORA’s Stimme verlässt und nur durch eine Klavier begleitet funktioniert. Ein Klavier und eine klare Stimme – mehr braucht es im Falle dieser Version nicht um einen Song zu kreieren, der so berührt, dass man versucht ist AURORA eine Umarmung zu geben und ihr zu sagen, dass alles gut wird. Dazu kommt, dass die Warenhauskette John Lewis um die Version von AURORA ein so berührendes Video gedreht hat, dass man nicht anders kann, als den Song in sein Herz zu lassen. Ebenso sehenswert ist aber auch AURORA’s Videoversion des Songs.

Rüfüs – Eine sichere Bank

Rüfüs - Innerbloom

Rüfüs – Innerbloom

In den letzten Jahren haben die Jungs von Rüfüs viel geschafft. Mit ‚Atlas‘ haben sie ein Nummer-1 Debütalbum, und dazugehörige Nominierungen von der Vereinigung für australische Independent Recordlabel und den ARIA Music Awards erhalten, was in einer Auszeichnung als Best Independent Dance Record 2014 mündete.
Mit ‚You Were Right‘ und ‚Like An Animal‘ haben sie bereits zwei Singles aus ihrem, in acht Wochen erscheinenden, zweiten Album ‚Bloom‘ veröffentlicht, doch hat es die dritte Singleauskopplung ‚Innerbloom‘ erst so richtig in sich. Ist ‚Innerbloom‘ doch ein 9 Minuten und 38 Sekunden langer Aufstieg von einer sphärischen Elektrowolke, über einen treibenden tropischen Beat mit hypnotischen Gesang Tyrone Lindqvist’s, hin zu einem satten Mittelteil um dann langsam wieder abzuschwellen und die Geschichte zu beschließen.
Was Rüfüs hier raushauen ist ganz großes Kino und episch, modern sowie dunkel zugleich. So wird ‚Innerbloom‘ wahrlich zum Soundtrack deines Tages.

City Calm Down – grüßen die Editors

City Calm Down - Rabbit Run

City Calm Down – Rabbit Run

Sie selber beschreiben sich, auf Soundcloud, als elektronische Band, doch hört sich das australische Quartett eher nach düsterem Alternative Rock á lá Editors oder White Lies an. Sicherlich nicht der schlechteste Vergleich, guckt man sich an, wie angesehen diese beiden Bands sind. Und so werden City Calm Down, in ihrer Heimat, durch die Decke gelobt und als das nächste große Ding gefeiert. Ihr Debütalbum ‚In A Restless House‘ ist gerade erst zwei Wochen auf dem Markt und mit ‚Rabbit Run‘, ihrer aktuelle Single, wartet City Calm Down mit einem tiefen Bass und einer noch tieferen Stimme Jack Bourke’s auf. So klingt ‚Rabbit Run‘ nach einem wunderbar, weiten Alternative-Song mit viel Pathos und großen Momenten.

Robin Schulz feat. J.U.D.G.E. – Melancholie im Dancemantel

Robin Schulz feat. J.U.D.G.E. - Show Me Love

Robin Schulz feat. J.U.D.G.E. – Show Me Love

Robin Schulz ist derzeit einer der erfolgreichsten deutschen Künstler international. Hat er es doch mit verschiedenen Remixen auf Platz eins der internationalen Charts geschafft. Doch auch seine eigenen Tracks stehen dem Erfolg in nichts nach. Mit drei Nummer eins Singles innerhalb von anderthalb Jahren und zwei erfolgreichen Alben hat er nun den nächsten großen Hit in der Auskopplung. ‚Show Me Love‘ ist zusammen mit dem Londoner Richard Judge alias J.U.D.G.E. entstanden. In diesem Song sind sie eine Symbiose eingegangen, die dem Song eine gewisse Magie verleiht. Durch den tiefen Gitarrenklang, J.U.D.G.E.’s einsetzende Stimme und dem melancholischen Housebeat schafft ‚Show Me Love‘ es, sich ganz fest in das Gehör zu setzen und von da aus Erinnerung hervorzurufen. Wenn das beim Hörer geschieht, hat Robin Schulz wohl alles richtig gemacht. Hierbei ist man doch immer wieder erstaunt über Schulz‘ großartiges Gespür für Hits.

MisterWives – straight from New York City

Misterwives - Our Own House

Misterwives – Our Own House

MisterWives standen lange als Support-Act von Bands wie Twenty One Pilots, Bleachers, American Authors und Half Moon Run auf der Bühne. Nun wird es Zeit selbst ins Rampenlicht zu treten. Mit Ihrer aktuellen Single ‚Our Own House‘ stehen die Zeichen dafür gar nicht so schlecht. Haben die fünf Jungs, um Sängerin Mandy Lee, doch einen zappeligen Disco-Pop-Song herausgebracht. Da hört man eine elektronische Gitarre, wie sie aus den 70er Jahren kommen könnte und singt zu Lee’s Texten frenetisch mit. Ohnehin erinnert Lee’s Stimme hier stark an Stefanie Heinzmann und man stellt fest, dass unsere Musik doch gar nicht so weit entfernt von amerikanischen Hits ist. ‚Our Own House‘ will einen Feel-Good-Vibe versprühen und schafft dies so lässig, dass man fast schon Angst vor den kommenden Songs dieser Band haben sollte. So wird die, aus New York City kommende, Band sicherlich in den nächsten Monaten für so einigen Zündstoff sorgen.