Guckt man hin ist Mø da, guckt man weg – auch.

Bei der 25 jährigen dänischen Singer/Songwriterin Mø ist es nicht recht klar wo die Stärken genau liegen. Schwimmt sie doch auf der Welle der Elektro-Hipster-Indie-Musiker mit und sieht dabei aus wie die Reinkarnation der 90er Jahre. Doch plötzlich stellt man fest, dass genau diese einzelnen recht unspektakulären Elemente im Zusammenspiel auf einmal interessant wirken und eine coolness entfalten die es schaffen, dass man den Song ‚I Walk This Way‘ tatsächlich hinterher noch einmal hören möchte. Und so hat dieser Lazypop-Song tatsächlich eine Nische gefunden um Musikliebhaber für sich zu gewinnen.

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In Fragen Deep House – Disclosure

Was haben Disclosure nicht das letzte Jahr die Elektro-Welt durcheinander gewirbelt. Ist doch, in den Billboard-Charts, beispielsweise der zwei Jahre alte Songs ‚Latch‘ gerade erst am aufsteigen. Und so ist es heute aber gerade keine Singleveröffentlichung die hier ein Video spendiert bekommen hat. ‚Grab Her‘ könnte man als obszönen Deep House Track beschreiben. Wobei hier die simplen beiden Worte des Songtitels auch schon den gesamten Songtext darstellen und sich wunderbar mit den Tiefen dessen mischen. Somit haben die beiden Jungs einen starken Song neben ihren kommerziell erfolgreichen Singles für den Club produziert.

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Und der Nachname? Kein Nachname. Einfach Christopher!

So wird es wohl bei der Namensfindung des dänischen Sängers Christopher gewesen sein. Hatte er doch 2012, mit gerade einmal 20 Jahren, sicherlich nicht daran gedacht auch auf dem internationalen Parkett Erfolg zu haben. Denn so hätte er festgestellt, dass es da mindestens einen Künstler pro Land gibt der den schlichten Namen Christopher trägt. Hatte er 2012 nur in Dänemark mit seinem ersten Album für Furore gesorgt, steht nun halb Europa an um seine Single ‚Mama‘ in die Rotation nehmen zu können. Ist ‚Mama’doch eine lupenreine R&B/Pop-Nummer die so direkt von Justin Timberlake oder Pharell Williams kommen könnte. Doch was Christopher noch einen tick besser macht, ist es, in dem Song auch noch sympatisch und nah rüberzukommen, was bei den in Amerika produzierten Songs meißt fehlt. Und so bewegt man sich unweigerlig im gleichen Rhythmus wie ‚Mama‘ und möchte beinahe zu einer Performance ansetzen. Das wird noch ein großer Hit dieses Jahr werden.

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Wenn zwei Giganten verschmelzen kommt Cazzette raus

Es ist schon wirklich bemerkenswert. Da treffen sich 2012 drei Schweden, einer davon ist Produzent, und entscheiden Musik zusammen zu machen. An sich ein ganz normaler Weg zu einer Band. Doch wenn sie als DJ-Team nur wenige Monate später bereits zahlreiche bekannte Songs geremixt haben ist das dann doch schon unerwartet schnell. Die aus Schweden kommenden DJ’s Alexander Björklund, Sebastian Furrer und der Produzent Ash Pournouri mischen vertraute Stile der elektronischen Szene zu einem unschlagbaren Beat zusammen. So ist ihr aktueller Track ‚Sleepless‘ eine Mischung aus Daft Punk und Disclousure – natürlich von beiden nur die besten Elemente. Rausgekommen ist ein Dubstep/Houselastiger Clubsong, der durch den gepitschten Gesang vom Featerungact The High sogar Radiotauglich ist. Auf alle Fälle wird er ein Garant für laut aufgedrehte Boxen sein.

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Der Aha-Effekt durch Run River North

Weil es sich lohnt, fassen wir gleich zu Beginn zusammen: Run River North ist eine sechsköpfige, koreanischstämmige, in Kalifornien lebende und gerade erst aufkommende Folkband. Doch wenn man die Stimme in den ersten Momenten des Songs ‚Fight To Keep‘ hört, mag man an Markus Mumford denken und nicht an einen Sunnyboy aus Kalifornien. Klingt doch die Stimmefarbe fast eins zu eins wie die des Frontsängers von Mumford & Sons – was nicht schlecht gemeint ist, sind doch Mumford & Sons die Folkband der Stunde. So haben sich also die Sechs von Run River North durch Koreatown in Los Angeles gespielt und es geschafft mit einem selbstgedrehten Video die fast schon höchstmögliche Aufmerksamkeit durch einen Auftritt in der Jimmy Kimmel Live! Show zu erhalten. Wenn man als Hörer schon nicht eh restlos begeistert von der Musik ist, so werden es die Videoclips richten. Sind es doch amüsante kleine Geschichten, in der sich die Band selbst auf’s Korn nimmt. Da mag man sich gar nicht entscheiden, welches der Videos man nun hier einstellt. Und so kommen sie einfach Beide zum Zuge.

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Honeyblood – Die Rotzgören aus Glasgow

Honeyblood - Honeyblood

So trist Glasgow auf den ersten Blick auch sein mag, der Musik scheint dies gerade recht zu sein. Kommen doch aus dieser Stadt so namenhafte Bands wie Glasvegas, Belle & Sebastian, Chvrches, Travis oder Franz Ferdinand. Nun also noch eine Band – die allerdings ein anderes Genre bedient. Honeyblood könnte man dem Riot grrrl zuordnen – einer feministischen Underground Musikszene der neunziger Jahre aus Amerika aus denen Gruppen wie Le Tigre, Gossip oder Hole hervorgingen. Ist doch die Machart der Songs und dessen Aussage ähnlich der eben dieses Genres. Doch zurück im Jahr 2014 möge man sie auf Punk- oder Indierock reduzieren, was genauso treffend scheint. Nun haben sie für den Song ‚Super Rat‘ ein Video parat, dass so bittersüß wie tückisch ist. Fängt der Song doch mit der zarten und sehr melodischen Stimme von Stina Tweeddale an, sieht man eben sie und ihre Bandkollegin Shona McVicar im Retrochic der 60er Jahre an den Drums stehen. Doch dieses nette Bild wird im Verlauf des Songs immer rotziger, spielen sie doch mit Lebensmitteln, Blut und der Aussage  „I will hate you forever“. Am Ende bleiben zwei komplett rot verschmierte Mädels und die Meinung, dass das wirklich – wirklich gute Musik ist.

https://screen.yahoo.com/super-rat-150907694.html

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Lykke Li – Der drohende Engel

Da hat sich doch Lykke Li wieder einmal auf ihrem kreativen Hoch gezeigt. Hat sie doch mit der neuen Single ‚Gunshot‘ nicht nur einen Top Song veröffentlicht, sondern auch gleich noch ein wundersames Video veröffentlicht. Man sieht Lykke Li hier mit blass geschminktem Gesicht und schwarzem Parker über einen riesigen Parkplatz tanzen. Wobei tanzen hier oftmals nicht ganz passend ist, stellt sie doch immer wieder mit Zuckungen dar angeschossen zu werden. Ganz im Sinne des von Ihr, voll von Methaphern, gesungenen Songs.

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3 Tage. 16 Künstler. 35°C. MELT! 2014 Tag 3

MELT! Festival 2014

 

Es ist 8:38 Uhr und auch heute brennt die Sonne wieder vom Himmel und leutet den letzten Tag des MELT! Festivals ein. Während es noch am frühen Nachmittag, zur Abkühlung, an einen nahegelegenen See geht, steht man pünktlich zum Auftritt des in Wien lebenden Musikers SOHN wieder vor der Hauptbühne. Ist doch seine Musik irgendwo zwischen Songwriting und Elektro angesiedelt, erzeugt gerade diese Mischung eine beflügelnde Atmosphäre. Und so singt er zerbrechlich und sanft wabern im Hintergrund dabei nur so die Bässe vor sich hin. Man möge fast einen Vergleich mit James Blake eingehen, doch ist es trotzdem nicht das Gleiche. Und so singt SOHN mit fast schon zerbrechlicher Stimme in ‚Lessons‘ von einer Liebe bei der er lernen musste NEIN zu sagen. Und das Publikum glaubt ihm dies. Saß er doch alleine auf der größten Bühne des Festivalgeländes. Mit Artifice wird das Tempo schließlich etwas angezogen und die Massen vor der Bühne fangen an sich in Bewegung zu setzen um schließlich am Ende den Wunsch zu haben, die vergangenen 60 Minuten zurückspulen und das Konzert nochmal genießen zu können.

Doch was wäre passender gewesen als nach der Neuentdeckung mit SOHN die Neuentdeckung aus London zu genießen, denn Jungle’s Musik zu beschreiben ist nicht ganz einfach, liegen sie doch irgendwo zwischen 70’s und 80’s, Hip-Hop und Elektro. Doch was am Ende aus den Lautsprechern tönt kommt dem Aufruf des Tanzens nah. Und so ist das Intro Zelt zum bersten gefüllt mit Tanzwütigen und Neugierigen. Da stehen nun also sieben Menschen auf der Bühne, um die vor einem Jahr zu dieser Zeit noch kein Wort geschrieben war, und überzeugen mit ihrem Auftritt so sehr, dass wirklich kein Bein still stand. Ob mit Hits wie ‚Busy Earnin‘, ‚Time‘ oder ‚The Heat‘ oder auch mit noch relativ unbekannten Song aus ihrem gerade erst veröffentlichtem Debütalbum ‚Jungle‘, die Message bleibt gleich „Wir wollen Spaß mit Euch haben“. Und das geht auf, guckt man doch am Ende des Auftritts fast ausnahmslos in zufriedene Gesichter aus denen man bei dem Einen oder Anderen auch herauslesen mag, das dies wohl nicht das letzte Jungle Konzert gewesen war.

Nach einem kurzen Dämpfer durch den abgesagten Secret Act, der im Vorjahr beispielsweise der Blitzauftritte von Kraftklub war, ging es direkt zur Mainstage zurück um sich die Urgesteine der TripHop Szene zu Gemüte zu ziehen. Hatten sie doch mit ‚Glory Box‘, ‚Sour Times‘ oder ‚Machine Gun‘ Wegbereiter geliefert. Dies sollte auch auf dem MELT! zu spüren sein. Ist doch die Mischung aus leisen sensiblen Songs und wummernden Bassmonstern explosiv genug und so wird natürlich bei Songs wie eben ‚Glory Box‘ eine Jubelwelle losgetreten. Doch ebenso faszinierend war ‚Machine Gun‘ der doch wohl einer der kräftigsten Songs des Abends werden sollte. Portishead sind allein schon für ihre künstlerische Motivation und dem daraus resultierenden Produkt eine Bereicherung für jedes Festival und daher verständlicherweise der Headliner des diesjährigen MELT! Festivals.

Nun hieß es sich zu beeilen, wurde doch schon die Gemini Stage abgebaut und auf der Mainstage der Stecker gezogen, traten im Intro Zelt Bombay Bicycle Club auf. Die Band um Jack Steadman war gewohnt feierwütig und lies keinen ihrer Hits aus. So wurde bei Songs wie ‚Carry Me‘ einer der letzten Momente des Festivals gefeiert und jeder im Zelt wusste, wenn nicht jetzt wann dann. Es sollte nicht lange dauern, bis das Zelt ein zweites mal an diesem Abend voll mit Menschen war und die Ordner den Einlass schließen mussten. Denn drinnen hatten die ersten bereits die Sichtblenden zur Seite gezogen um einen Blick auf die Vier zu werfen. So sollte neben ‚Carry Me‘ aber auch ‚Shuffle‘, ‚Always Like This‘, ‚Luna‘ und ‚Ivy & Gold‘ nicht fehlen denn genau damit stillten sie den Durst der Fans. Ob man Bombay Bicycle Club zum erstenmal oder bereits mehrfach erleben konnte, spielt bei der Band keine Rolle, sind doch die Live-Qualitäten der Band immer wieder aufs Neue zum ausrasten gut.

Und damit gehen drei Tage MELT! Festival in der 35°C heißen Savanne Sachsen-Anhalts zu Ende. Was bleibt sind unzählige Momente des Erlebens was eine gewisse Vorfreude auf 2015 mit sich bringt.

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3 Tage. 16 Künstler. 35°C. MELT! 2014 Tag 2

Melt Festival 2014

Melt Festival 2014

Wie bereits gestern angekündigt, folgt heute der traditionell vollste Tag auf dem Festivalgelände. Der Samstag war vollgepackt mit hochkarätigen Bands und so musste man sich früh auf’s Festivalgelände begeben um seine Favoriten zu sehen. Der Abend startete mit FM Belfast, einer isländischen Band, die hier vor kurzem mit ihrem neuesten Song ‚Brighter Days‘ vorgestellt wurde. Nun standen sie auf der Hauptbühne und sahen anfangs noch wie schüchterne Schulkinder aus. Während sie aber neben ‚Brighter Days‘ auch noch ihren Überhit ‚Stripes‘ spielten rastete die Menge komplett aus, sang, sprang und schleuderte die Arme in die Luft. Davon entfacht, lies es sich Lóa, die einzige Frau in der Band, nicht nehmen unentwegt buntes Krepp, Girlanden sowie eine Stolagirlande auzupacken und über die Bühne zu werfen – und natürlich landete dies meist bei den Feierwütigen. Dabei schoß gerade diesen Feierwütigen ein Bass durch den Körper, der wohl für Herzrhythmusstörungen sorgen sollte. Und so zog sich die Band bei 35°C und sengendem Sonnenschein teilweise bis auf die Unterhose aus und sprang über die Bühne.  Immer wieder streuten sie zwischendurch einflussreiche Songs der Vergangenheit ein. So hört man neben Oasis‘ ‚Wonderwall‘ auch den Rage Against The Machine Song ‚Killing in the Name‘, Urban Cookie Collectives ‚The Key, The Secret‘ auch ‚(You Gotta) Fight For Your Right (To Party)‘ von den Beastie Boys. Um es mit den Worten einiger Fans zu beschreiben, kroch man regelrecht erschöpft aber glücklich von der Bühne.

Was folgte war die Popsensation Deutschlands schlechthin – Milky Chance. Sind doch die beiden Jungs mit ihrem Hit ‚Stolen Dance‘ völlig aus dem Nichts und ohne Major-Plattenvertrag bis auf Platz zwei der Deutschen Singlecharts gekommen, haben sie seitdem die Top Ten von 17 weiteren Ländern entern können. Dies dürfte an der Mischung des trägen Gesanges von Clemens Rehbein gepaart mit abwechslungsreichen Beats des DJ’s und Bandmitglieds Philipp Dausch’s liegen. Doch offenbart sich bei der Liveperformance auch die aufgekommene Vermutung, dass dies nicht reichen könnte. Denn so gut die Songs auch produziert sind machen sie die markante und stetig gleichbleibende Stimme von Rehbein langatmig und fast schon beliebig. So blieb am Ende oftmals die Frage im Kopf hängen welcher der, noch nicht als Single veröffentlichten Songs, das eben war oder ob es immer noch derselbe Song ist. So sehr das Handwerkliche überzeugen kann, fehlte es doch gleichwohl hier an Abwechslung.

Ein kurzer Abstecher zu Kele Okereke von Bloc Party auf der Gemini Stage ließ einem schnell wieder mit dem Puls nach oben gehen, waren doch seine Mixe vollgepumpt mit sattem Bass und frikeligen Klangspielen. Dazu kam ein Meer aus Bildschirmen die überall an der Decke verteilt zu den Beats aufblitzen. Aus Zeitnot ging es allerdings nach 30 Minuten schon wieder zur Mainstage zurück um bei Metronomy vorbei zu schauen. Sind doch ihre Songs ‚The Look‘, ‚The Bay‘ seit Jahren Garanten für eine gute Party, haben sie auch gleich zu Anfang das Feuer entfacht um dann zur Glut und schließlich fast zum Erlöschen zu kommen. Wurde doch das Konzert doch im Verlauf immer ruhiger und akustischer und man fragte sich, ob das für einen Samstagabend auf der Mainstage nicht zu ruhig sei.

Ruhig ging es dann auch beim letzten Künstler des Abends zu. Trat doch der amerikanische Sänger William Fitzsimmons im Intro Zelt auf. Würde man versuchen seine Lieder zu beschreiben würden Worte wie zart, zerbrechlich oder introvertiert kommen aber auch liebevoll oder sinnlich. Und so blieb einem beim Anblick der Fans im Zelt der Atem stehen. Da sah man Fitzsimmons auf der Bühne leise in das Mikrofon singen und vor der Bühne saßen eben diese Musikliebhaber auf dem Boden oder lagen gar mit geschlossenen Augen da. Das hier keiner schlief, merkte man spätestens nach jedem Song, der mit einem tosenden Applaus gefeiert wurde. So wurde während der Songs wie ‚The Tide Pulls From The Moon‘, ‚So This Is Goodby‘ oder ‚Fortune‘ das Licht rötlich schimmernd über die Kopfe der Gäaste gefahren und löste eine Heimeligkeit aus, die man wohl so sonst nur von zu Hause her kennt.

Eigentlich sollten nach William Fitzsimmons noch die Auftritte von Breach und WhoMadeWho folgen, doch hat es Fitzsimmons geschafft, dass man sich rundum glücklich und ruhig in die Nacht tragen lies und diesen Moment so lange es ging bei sich tragen wollte.

Damit ging auch der Festival-Samstag zu Ende und was morgen folgt ist der Abschlusstag mit alten Bekannten wie Portishead sowie der neuesten Entdeckung Jungle.

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3 Tage. 16 Künstler. 35°C. MELT! 2014 Tag 1

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Es hätte nicht passender laufen können. Heißt doch das Wort ‚melt‘, ins deutsche übersetzt, schmelzen. Und so kam es dann auch. Doch nicht alleine das Wetter war ausschlaggebender Grund um dahinzuschmelzen, sondern vielmehr waren es die zahllosen Künstler der Indie- und Elektro-Szene die sich die Klinke in die Hand gaben. Was den Besucher erwartete, waren drei Tage erhöter Pulsschlag mit immer wieder kleinen lethargischen Pausen. Kam man zum Überflieger der australischen Musikwelt, Chet Faker, fast zu spät durch die Massen an Neugierigen, wurde man, auf der Hauptbühne angekommen, von seichten elektronischen Beats abgeholt und setzte sich erstmal nieder. Die drei Schwestern von Haim hatten den Slot direkt nach Chet Faker und waren 2013 die Band der Stunde. So ging man mit einer gewissen Erwartung in Richtung Bühne weiter vor um sich diese Schwestern einmal genauer zu Gemüte zu ziehen. Doch nach nicht ganz einer Stunde und Hits wie ‚Forever‘, ‚The Wire‘, ‚Falling‘ und ‚Don’t Save Me‘ blieb die eingangs hochgesteckte Erwartung auf der Strecke. Schafften sie es doch nur bedingt das Publikum abzuholen und spielten viel zu oft für sich selbst. Das man dadurch nur schwer eine Masse von ca. 6.000 Zuhörern mitreißt ist selbstredend. Einzig hervorzuheben ist ausgerechnet keiner ihrer eigenen Songs. So war die Coverversion von Beyoncé’s ‚XOXO‘ eine frische und stilsicher auf das Haim’sche Schema übertragene Popnummer bei der das Publikum textsicher mitsang. So blieb bei Haim der fade Beigeschmack, dass man bei manchen Bands einfach nur deren hochwertig produzierte Alben genießen sollte und auf eine Live-Darbietung verzichten kann.

In dem von dem Musikmagazin Intro aufgebauten Zelt traten Freitagabend ab 22 Uhr die Österreicher Bilderbuch und der Hamburger Thees Uhlmann auf – st doch das Zelt bekannt als Bühne der beliebten aber nicht groß durchgestarteten Künstler. So haben die aus Wien kommenden Jungs von Bilderbuch mit ihrem Indie-Pop das Zelt so außergewöhnlich beflügelt, dass man meinen sollte, sie werden in den nächsten Jahren nur noch für große Bühnen gebucht. Thees Uhlmann hatte somit im Anschluß leichtes Spiel und holte das Publikum dort ab, wo es Bilderbuch abgesetzt hat. Und so waren Songs wie ‚Zum Laichen Und Sterben Ziehen Die Lachse Den Fluß Hinauf‘ und ‚Das Mädchen Von Kasse 2‘ nur die bekanntesten Songs des Abends. Was Uhlmanns Auftritt bereichert hat, war die langjährige Erfahrung mit Auftritten von Tomte. Denn ist er doch kein geringerer als ein Profi in diesem Gefielde. So witzelte er zwischendurch sogar, dass er wohl der älteste Künstler des ganzen Festivals sei und stimmte mit der Frage wer noch in seinem Alter sei den Song ‚Am 7. März‘ an.

Zurück auf der Hauptbühne wartete der größte Act des Abends auf seine Performance. Die beiden Norweger von Röyksopp haben sich für eine EP die schwedische Künstlerin Robyn mit ins Boot geholt und ein paar Songs für der Zukunft geschaffen. War doch der Auftitt zunächst Röyksopps künstlerischem Schaffen gewidmet, konnte man Meisterwerke wie ‚Eple‘, ‚What Else Is There‘ und ‚Poor Leno‘ genießen. Schließlich kam Robyn dazu um einige ihrer größten Hits zu präsentieren und dann schlußendlich Song von der gemeinsamen EP ‚Do It Again‘ darzubieten. Die Energie die diese beiden Acts dabei freisetzen konnten, war über die gesamte Fläche der Hauptbühne zu spüren und schaffte es unter den Besuchern eine gewisse Euphorie zu wecken, die es Röyksopp und Robyn möglich machten, von Lied zu Lied immer weiter zusammen zu wachsen.

Im Anschluß fand man sich im Intro Zelt bei der DJ-Perfomance vom Berliner Kid Simius wieder, der durch seine Experimentierfreudigkeit und einer Fröhlichkeit durchs Konzert führte, dass es keinen ruhig da stehen liess. Natürlich waren hier ‚Wet Sounds‘ und ‚Hola Chica‘ schlußendlich ausschlaggebend für das extatische feiern der Menge. Und so kam es gleich hinten dran zum live DJing eine weiteren großen Nummer der Szene. Denn kein geringerer als Fritz Kalkbrenner stand auf der Hauptbühne hinter den Plattentellern und sorgte mit Songs seiner beiden Alben dafür, dass die nunmehr mit 10.000 Festivalgängern gefüllte Bühne in die Nacht feierte. Und auch hier, wie schon auf dem Berlin Ferstival 2013, war der krönende Abschluß ‚Sky and Sand‘ aus dem Film ‚Berlin Calling‘. Die Stimmung, die dieser Song auch sechs Jahre nach seiner Veröffentlichung bei Partygängern verursacht, lässt so Manchen Gänsehaut bekommen.

Mit diesem Gefühl ging der erste Festivaltag zu Ende und man kam erschöpft aber voller Vorfreude bei Sonnenaufgang in seinem Zelt an und fiel zu Boden.

Lies morgen hier wie es am Samstag, dem standesgemäß vollsten Tag, mit FM Belfast, Milky Chance, William Fitzsimmons und Anderen durch die Nacht ging.

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